Rosen zum Weltfrauentag

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Es ist der 8.März. Weltfrauentag. Ich scrolle durch meinen Feed und werde überschwemmt mit Posts, die mir starke, schöne, selfloving Frauen zeigen. Karrierefrauen, Mütter, inspirierende Geschichten und Unternehmer:innen. Jede:r scheint sich heute dazu äußern zu wollen, wie wichtig Frauen in der Gesellschaft sind, was sie leisten, was vielleicht noch nicht ganz rund läuft. Phillip Amthor hat einen Strauß rote Rosen in der Hand. Die verteilt er traditionell am Weltfrauentag an Frauen in seinem Wahlkreis. Unter dem Bild bemerkt eine Frau, sie fände es weit hilfreicher, wenn er sich stattdessen beispielsweise für die Abschaffung des Artikels 219a aus dem Grundgesetzbuch einsetzen würde. Ich like ihren Kommentar. Irgendwie hat so ein Bild an einem Tag, der eigentlich der Aufklärung und dem Aufzeigen gesellschaftlicher Probleme und der immer noch herrschenden Gleichstellungs-ineffizienz dienen soll, einen bitteren Beigeschmack.

Von Meinungen und Tatsachen

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Ich habe den ersten Teil dieses Textes schon vor einer Weile geschrieben. Und doch fühlt sich das Meiste darin sehr aktuell an…

Vor einer Weile:

Es fällt mir derzeit schwer, meine Gedanken in Worte zu fassen. Ich weiß nicht so recht, wo ich anfangen soll inmitten der aktuellen Situation die von so vielen Gegensätzlichkeiten geprägt ist. Nachbarschaftshilfe und Corona-Demos. Homeoffice und die Zahlen steigen trotzdem wieder. Ich habe mich mittlerweile daran gewöhnt, wenn ich das Haus verlasse. Schlüssel, Handy, Portemonnaie, Maske. Automatisch gehe ich durch, ob ich alles bei mir trage, was derzeit wichtig ist, bevor ich die Tür hinter mir schließe. Auf dem Treppenabsatz kehre ich um. Ich habe das Handdesinfektionsmittel vergessen. Falls man doch einmal nicht umhin kommt in der Bahn etwas anzufassen. Oder einen Einkaufswagen schieben will. Mir macht das nichts aus. Ich habe das Gefühl, dass das endlich ein bisschen Normalität geworden ist. Für die meisten. Alltag. Schlüssel, Handy, Portemonnaie, Maske.

#Whataboutism

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Wenn ich mir meinen Kaffee to go bestelle und dann einen Pappbecher mit Plastikdeckel in die Hand gedrückt bekomme, weil ich meinen resuable cup zuhause vergessen habe, bin ich dann ein schlechter Mensch?
Wenn ich im Supermarkt eine Avocado kaufe und Erdbeeren im März, heißt das dann, ich kümmere mich nicht um die Umwelt?
Verspiele ich mein Recht, mich über Kreuzfahrtschiffe aufzuregen, wenn ich bei Amazon bestelle?
Und mache ich dieses Fehlverhalten wieder wett, wenn ich meinen Flug online kompensiere und Dienstags auf dem Markt die Bioaubergine aus Deutschland einkaufe?

Europa – wozu wählen?

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Am 26. Mai ist Europawahl – und so selten ich hier auf dem Block politisch werde, für so nötig halte ich es heute.
In letzter Zeit hört man bezüglich Europa in Deutschland vor allem Eines – jede Menge Kritik. „Europa abschaffen!“, „Die Möglichkeit eines Dexits in den Raum stellen!“, oder „Souveränitätsabgaben einschränken!“ lauten einige enttäuschte Forderungen.
Woran liegt es, dass wir uns scheinbar politisch derzeit weniger darum streiten,
wer uns vertritt, als vielmehr um die Existenz der zu besetzenden Institution selbst? Wofür brauchen wir Europa?