#Whataboutism

Lifestyle, Politik

Wenn ich mir meinen Kaffee to go bestelle und dann einen Pappbecher mit Plastikdeckel in die Hand gedrückt bekomme, weil ich meinen resuable cup zuhause vergessen habe, bin ich dann ein schlechter Mensch?
Wenn ich im Supermarkt eine Avocado kaufe und Erdbeeren im März, heißt das dann, ich kümmere mich nicht um die Umwelt?
Verspiele ich mein Recht, mich über Kreuzfahrtschiffe aufzuregen, wenn ich bei Amazon bestelle?
Und mache ich dieses Fehlverhalten wieder wett, wenn ich meinen Flug online kompensiere und Dienstags auf dem Markt die Bioaubergine aus Deutschland einkaufe?

26.06.2019

Allgemein, Lifestyle

Seit wann vergeht denn Zeit so schnell? Ich habe das Gefühl, zwischen dem letzten kalten Februar und heute, zwischen dem ersten zögerlich-warmen Sonnenstrahl und diesem Hitzetag mit 40 Grad liegt nur ein Wimpernschlag. Ich habe einmal kurz die Augen geschlossen und ohne dass ich etwas bemerkt hätte, sind vier volle Monate einfach an mir vorbeigeflogen. Ich fühle mich unfassbar alt festzustellen, wie schnell ein Monat, zwei, wie schnell ein halbes Jahr verfliegt. Doch zum ersten Mal in meinem Leben empfinde ich genau das.

Von Heimat und vom Frühjahrsblues

Allgemein, Lifestyle

Vor sieben Monaten bin ich umgezogen. Weg aus Dresden. Und ich wollte das. Ich wollte das wirklich unbedingt. Eine neue Stadt mein Zuhause nennen – mich heimisch fühlen. Heimatlich. Meine Wurzeln in ein unbekanntes Stück Asphalt schlagen und meine Großstadtblumenblätter woanders entfalten. Und verflucht noch eins, es ist ja auch nicht allzuweit entfernt von hier. Aber irgendwie fällt mir das schwerer als ich gedacht hatte.

Europa – wozu wählen?

Lifestyle, Politik

Am 26. Mai ist Europawahl – und so selten ich hier auf dem Block politisch werde, für so nötig halte ich es heute.
In letzter Zeit hört man bezüglich Europa in Deutschland vor allem Eines – jede Menge Kritik. „Europa abschaffen!“, „Die Möglichkeit eines Dexits in den Raum stellen!“, oder „Souveränitätsabgaben einschränken!“ lauten einige enttäuschte Forderungen.
Woran liegt es, dass wir uns scheinbar politisch derzeit weniger darum streiten,
wer uns vertritt, als vielmehr um die Existenz der zu besetzenden Institution selbst? Wofür brauchen wir Europa?

Essen. Schlafen. Glücklichsein.

Lifestyle

Es war still in letzter Zeit. Ein kleiner Ruhemoment hier auf dem Blog. Bei mir. Ganz privat. Da waren nicht viele Worte oder große Gesten. Nicht viel neue Gesichter oder Geschichten, die zu erzählen es sich gelohnt hätte. Da war eine ganze Weile nur Ruhe. Friedliche, frühlingshafte Stille. Wärme. Von der Sonne Ende Februar, die sich einen rinnsalgroßen Weg durch den März bahnte. Von leichten Decken und Bücherstunden auf Balkonen und den ersten weißen Ranunkeln in der Vase auf meinem Schreibtisch. Ich habe ein paar Wochen in meinem ganz persönlichen Vakuum verbracht. Und das Gefühl bekommen, dass das vielleicht doch geht – die Zeit anhalten. Einfach Pause drücken.

Von Frühlingsgefühlen im Februar und Schneeglöckchen

Lifestyle

Ich liebe dieses Gefühl – denke ich. Liebe diese ersten warmen Sonnenstrahlen auf der Haut, die freudigen Gesichter um mich her und die Leute, die im Park Fußball spielen. Auch wenn ich Fußball sonst nur zur WM mal gut finde. Dieses Gefühl, man könne heute eigentlich nichts falsch machen. Und leider auch auf keinen Fall arbeiten. Ich müsste was für die Uni tun. Müsste ich wirklich. Stattdessen sitze ich auf einer Parkbank, lasse die erste warme Frühlingssonne in mein viel zu blasses Gesicht scheinen und lächle, als mir von der Parkbank nebenan ein Geruch nach Amsterdam in die Nase steigt. Pause – denke ich. Und begutachte die zehn Politikbücher im Beutel neben mir. Pause. Podcast. Poesie.

Von guten Vorsätzen und Strukturpunkten

Lifestyle

Ich habe mir eigentlich nie groß Gedanken über Vorsätze zum neuen Jahr gemacht. In der zehnten Klasse hatte ich das erste Mal einen beschriebenen Post-it-Zettel in meinem Portemonnaie, zweimal gefalten, damit außer mir niemand sehen konnte, was drauf stand. Es waren dumme Vorsätze, aus heutiger Sicht. Einiges weiß ich schon gar nicht mehr. Ich wollte ein gutes Zeugnis für die Oberstufe, ich wollte mich mehr trauen, Dinge anzuziehen die mir gefielen. Damals hatte das seine Berechtigung. Aber eigentlich hat mir dieser Zettel nichts bedeutet. Und irgendwann nach wenigen Monaten habe ich ihn weggeschmissen.