Da leuchtet meine Seite. Auf deinem Bildschirm.

Lifestyle

„Wie kannst du so persönliche Dinge schreiben?“ „Wie gehst du damit um, wenn jemand liest und bewertet, was du fühlst?“ „Hast du keine Angst, deine Seele so offenzulegen?“

Ich habe über diese Fragen nie wirklich nachgedacht. Aber da leuchtet meine Seite. Auf deinem Bildschirm. Und zum ersten Mal stelle ich mir diese Fragen auch selbst. 

Das ging ganz leicht. Bis jetzt. Nur wenige, enge Freunde wissen hiervon. Lesen, was ich denke und fühle. Sind nicht selten selbst Teil eines Textes. Bis jetzt. Und der Rest? Anonym. Fremde Gesichter, fremde Namen, die meine Gedanken teilen, meine Emotionen nachempfinden, Inspiration aus meinen Texten mitnehmen. Aber da leuchtet meine Seite. Auf deinem Bildschirm. Und zum ersten Mal bin ich versucht, einen Beitrag offline zu nehmen. 

Ich will das nicht. Dass du etwas über meine neue Haut liest. Dass du hiervon weißt. Ich habe penibel darauf geachtet, den Namen dieser Seite nicht zu erwähnen. Und ich könnte mich ohne Kleidung niemals so nackt fühlen, wie in diesem Moment. Meine Seite leuchtet auf deinem Bildschirm. Und ich bin versucht, einen Beitrag zu löschen.

Gebe ich zu viel von mir im Internet preis? Veröffentliche ich zu unüberlegt innerste Gedanken und Gefühle, ohne  im Vorfeld darüber zu reflektieren, wer das alles lesen kann? Sollte ich mir nicht absolut sicher sein, dass es keine Person auf der Welt gibt, die das hier nicht lesen soll? Da ist die Freundin in meinem Ohr, die genau das fragt. „Du stellst das doch alles öffentlich. Ist doch klar, dass das jeder lesen kann.“ Und ich weiß, du hast recht. Mit deiner pragmatischen, unverblümten Art. Hast du immer. Und es stimmt ja auch. Also: Stimmt es? Reflektiere ich zu wenig? Darf das hier jeder lesen? – Ja. Darf jeder. Ist ja im Netz. Öffentlich. Für jeden zugänglich, der aus Versehen oder mit voller Absicht darüber stolpert. Für jeden lesbar. Zu viel? Ich glaube nein. Denn, wenn ich mal darüber nachdenke, stelle ich nichts leichtfertig online. Niemals. Ich lese jeden Post, bevor ich ihn freischalte, mindestens drei – viermal, nehme Änderungen vor, streiche zu emotionale Passagen. Ich nenne keine Namen, ich interpretiere. Ich gebe Situationen und Emotionen subjektiv erlebten Geschehens wieder. Und jeder Text ist eine Momentaufnahme. Eine Erinnerung. Ein Stück ich. Ich bin mir immer bewusst gewesen, dass das hier der virtuelle Raum ist. Öffentlich. Für jeden zugänglich. Das war und ist mir immer klar. Aber das ist ok. Das finde ich gut. Diesen Austausch. Mit euch. Dieses Gefühl, dass ihr euch in meinen Texten wiederfindet, wir bestimmte Gedanken und Gefühle teilen und ich sogar E-mails bekomme, in denen ihr mir schreibt, dass ich euch einen neuen Blickwinkel auf ein Problem geben konnte, das ihr selbst auch empfindet. Ich liebe meinen Blog.

Und trotzdem: Meine Seite. Dein Bildschirm. Ich bin versucht, den letzten Artikel zu löschen. Weil er so persönlich ist.

Ich habe mich dagegen entschieden. Weil ich immer gesagt habe, dass ich zu dem stehe, was ich schreibe. Zu dem stehe, was ich denke und fühle. Und ich es in Textform so viel besser sagen kann als in Worten. Und weil man auch keinen Text Wort für Wort nehmen darf. Weil alles auch Kunst ist. Weil ich ehrlich sein will. Auch wenn mir das Angst macht. Und das denke ich noch. Ich fühl mich wohl im Digitaldialog. 

„Wie kannst du so persönliche Dinge schreiben?“ – Kann ich das noch? Wenn du mitliest? Wenn du liest, wie ich fühle? … 

Muss ich wohl. Ich mag das hier. Hab mich an diesen Austausch gewöhnt. Mit anderen, fremden Gesichtern und Namen. Mit nicht mehr ganz so Unbekannten, die meine Gedanken teilen, meine Emotionen nachempfinden, Inspiration aus meinen Texten mitnehmen. Ich hab mich daran gewöhnt, online Tagebuch zu führen. Und Texte zu schreiben. Über Schmerz und Freude und die Liebe und ihren Kummer. Über mich und Freunde und Fremde und vielleicht auch über dich ab und an. Wenn ich damit leben kann. Dass du dann weißt, dass ich dich mag. 

Leni-2

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Neue Haut.

Lifestyle

Wir sitzen auf deinem Balkon. Fangen die letzten Abendsonnenstrahlen ein. Und stoßen an auf diesen Tag. Schau mal, da. Über dir. Ein Heißluftballon. Ein unmissverständliches Zeichen des Sommers. Wie kleine bunte, runde Grüße am Himmel. Wir erzählen. Also eigentlich erzähle heute vor allem ich. Weil viel los war die letzte Woche. Und du hörst zu. Geduldig wie immer. Stöhnst, verdrehst die Augen, reckst die Hände hilfesuchend in die Höhe, schüttelst an genau der richtigen Stelle den Kopf. Rückst mir meinen zurecht. Verfluchst ihn. Und mich. Für unsere unsagbare Blödheit. Und meine Vertrauensängste. Und ich weiß, dass du recht hast. Hast du immer. Aber ich kann noch nicht so recht aus meiner Haut. Nicht, wenn die neue noch so wackelig sitzt. So unsicher herumrutscht und nicht richtig passen will. Du sagst, das ist halt manchmal so. Wenn man wächst. Und reift. Wie guter Wein. Nicht wie der Fruchtsecco vor uns, der einfach nur klebrig schmeckt und süß. Du liebst das.
Du fragst, ob ich Dessert will. Und wie ich mich fühle. Und ich sage: Ziemlich glücklich. Gerade. Mit dir und Vanille-Knusper-Joghurt. Und ihm und einem kleinen Vielleicht. Ziemlich verwirrt. Im Moment.  Von Fragen und Ideen. Und Prokrastinations-Egos. 
Ein bisschen überfordert. Derzeit.  Mit diesen Entscheidungen. Und Gefühlen. Und der viel zu schnell verfliegenden Zeit.
Aber vor allem: Glücklich.
Mit Vanille-Knusper-Joghurt und unseren Gesprächen auf deinem Balkon.
Danke, dass du da bist! Und fürs Kopf zurechtrücken. Und fürs Dessert. 

Leni-2

 

Gleiche Welle

Lifestyle

Das Gedicht ist letztes Jahr entstanden. Im Sommer. Ich hab es  vor Kurzem wiedergefunden. Vielleicht findet sich ja der ein oder andere von euch auch in meinen Zeilen. Ein bisschen kitschig, ein bisschen rosarot und eine kleine Momentaufnahme gedankenversunkener drei – Uhr – morgens – Gedanken, wenn wir schon so lange im Gras liegen, dass wir fast die Sonne am Horizont erkennen können. Fast.

Gleiche Welle

Ich surf mit dir auf einer Welle
hab ich vorhin festgestellt
Deine Träume decken meine
und was die Welt zusammenhält
ist für uns beide Optimismus
und Gedankentiefe
und riefe ich dir ins Gedächtnis,
wohin deine Richtung zeigt
dann willst du immer nach der Nase
bis sie an die Sterne prallt.
Weil wir auf dem Boden der Fantasie liegen
und in den Nachthimmel starren
dessen Schwarz die Tagesfarbe schluckt
und so unendlich große Weiten
und Menschenmassen beguckt
und wir zwei kleine Individuen staunen
frieren hier und träumen still
fragen uns nach Selbstvertrauen
und was der Himmel von uns will.

Leni-2

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Du bist hier

Lifestyle

Für J. Und C. Und für H. Und jeden anderen Menschen, der jetzt ein Stern ist. Wir vermissen euch. 

Nun bist du schon so lange fort,

und trotzdem noch irgendwie hier,

du bist wie ein Rauchzeichen im Wind,

das sich nie ganz vollständig verliert,

bist ein verlorenes Schmuckstück,

das man endlich wiederfindet,

bist ein nicht greifbares Bild deiner selbst,

das in meinem Kopf niemals verschwindet.

Du bist abgehoben, aufgehoben, hinaufgehoben,

stehst trotzdem grad nah neben mir,

du bist eigentlich schon so lange fort,

und trotzdem noch irgendwie hier.

Du bist ein Puzzleteil meines Herzens,

dass manchmal noch viel besser reinpasst,

du bist auch ein Teil meines Schmerzes,

der auf meine Tränen aufpasst.

Du bist wie ein Wort in der Stille,

das niemand sonst hören kann,

du bist wie der eiserne Wille,

und hin und wieder denk ich daran,

dass du fehlst.

Und obwohl du schon so lange fort bist,

bist du trotzdem noch irgendwie hier,

Und obwohl mich die Trauer schon lang nicht mehr zerfrisst,

gehört ein Teil von dir für immer zu mir.

Zehn Jahre sind eine lange Zeit. Zehn Jahre. Zehn lange Jahre ohne dich. Doch egal, wie viele Jahre vergehen – ich werde für immer hören können, wie du lachst und sehen, wie weit sich dein Mund dabei verzieht.

Leni-2

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Mai

Lifestyle

Alles neu macht der Mai? Nun ja, vlt. nicht alles, aber ein bisschen was ist schon passiert… 

Du hast dich gemeldet. Und es war nur ein kurzes „Hey, ich bin am Leben und es geht mir gut“ – Melden, aber du meinst, du hast mir viel zu erzählen. Und dass du mich vermisst. Und dass du den Ohrring gefunden hast, den ich an diesem einen, besonderen Abend im Februar in deiner Wohnung verloren habe. „Kommst du im September?“ – „Ich weiß es noch nicht. Ich würde es so gern.“ Ich würde es wirklich so gern. Weil ich dir auch so viel zu erzählen habe. Weil ich deinen Rat brauche.

„Du passt hier rein wie ein Puzzle“, sagst du. Und meinst: zu dir. Sie singen „Ich verschwende Zeit mit dir und es gibt nichts, was ich lieber täte“ und du meinst, dass du das Lied zum ersten Mal verstehst. Und ich kann auch verstehen. Verstehen, was du meinst. Ein bisschen.  Aber ich höre nicht das gleiche. 

Ich hab Angst. Ein kleines bisschen Angst vor dem Wörtchen Vielleicht. Und vor dem, was es mit sich bringt. Vielleicht …  

Ich krame den Jumpsuit wieder aus dem Schrank. Glitzer. Schwarz. Décoletée. Freier Rücken. Haare hochgebunden. Lange Ohrringe. Eine Nacht tanzen. Wie damals. Aber besser. Noch viel besser.

Ein schlichter weißer Umschlag. Dann: reißendes Papier. Zwei Karten. Tickets. Das sind unsere Tickets. Lächeln. Breites Strahlen. Weil der Urlaub greifbar wird. Weil unsere Zeit sich plötzlich anfassen lässt. Tanzen. Singen. Fühlen.

Fragezeichen. In meinem Kopf. Vorher war da nur Leere. Jetzt ein kleines Fragezeichen. Es drängt sich auf, spielt sich ein wenig in den Vordergrund. Aber ich will Jetzt keine Fragen. Ich möchte Jetzt nur sein.

Und … Schmerzen. Zahnschmerzen, um genau zu sein, mit denen ich den Juni begrüße. So eine Weisheitszahn – OP aller vier Zähne auf einmal macht wirklich keinen besonders großen Spaß… Und ich kann keinen Brei und keine Suppe mehr sehen. Wie ein Großmütterchen habe ich mir ein Tuch um den Kopf geschlungen, dass die Kühlakkus zu beiden Seiten meines Gesichtes fest gegen die Wangen presst. Zeit vergeht so langsam… 

Leni-2

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Subtext. Geladene Waffe.

Lifestyle

Subtext. Geladene Waffe.
Ich wäre fast eingeknickt. Fast wäre ich schwach geworden. Fast. Ich hatte die Nachricht schon getippt, mein Finger am Abzug, über Senden.
So überlegt. Hin und her und herumgedreht und drei Tage später dasselbe Ziehen im Bauch. Es geht nicht weg.
Und dann: Löschen, ausradieren, weg damit. Plötzlich kann ich die Worte nicht mehr sehen, die ich dir eben noch so dringend zeigen wollte. Dabei waren sie so belanglos. 

„Hey. Wie geht es dir? Was machst du so?“


Subtext. Ich will wissen, dass es dir gut geht. Gott, ich vermiss deine Stimme. Ich will hören, dass du glücklich bist. Gott, ich vermisse dein Lachen. Ich will diesen schüchternen leichten Akzent und ein bisschen von deiner Wärme spüren. Subtext. Gott, ich vermisse dich so. Ich vermisse dich so mein … Freund. Deine Ideen, deine Meinung, deinen Blickwinkel, der meine Worte neu ausleuchtet, so anders beleuchtet. Ich vermiss deinen Geist, deine Zeit, deine Einschlafzitate und die Ferntanzparty aus Brest. Ich vermiss unser Sternschnuppen zählen und Sterne benennen und ich vermiss unsere Nächte im Freien. Subtext. Und wenn ich etwas Schönes sehe, will ich dir noch immer jedes Mal ein Foto schicken. 

Senden. Löschen. 

Löschen. Weil du es ganz ohne Subtext geschafft hast, den Abzug zu drücken. Langsam. In Slow Motion. Über Monate hinweg. Und so hat deine ohrenbetäubende Stille mir eine Druckwelle gesandt, die mir den Boden unter den Füßen wegriss. Und ich weiß, du wolltest mich auffangen. Ich weiß, du wolltest mich auffangen. Aber ich weiß auch, dass Menschen scheitern. Ich weiß auch, dass du scheiterst. Ich weiß, dass wir gescheitert sind. Vor Monaten. Und das es kein Zurück gibt. Ich weiß das alles. Im Subtext. In der Stille. Abzug. Laden. Feuer. Schmerz.

Löschen. 

Leni-2

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Feminismus(s) #2 // Von Pferdeschwanz-Frauenpower und der Frage „Wer will ich heute sein?“

Lifestyle

„Du siehst hübsch aus heute. Also, du siehst sonst auch hübsch aus. Aber heute siehst du irgendwie anders aus. Anders hübsch. Ich weiß nicht genau, was es ist, aber es steht dir.“

Ich habe die Haare hochgebunden. Trage einen Pferdeschwanz. Das erschien mir heute früh vor dem Spiegel ganz normal. Aber jetzt, wo du es ansprichst, fällt es mir auf. Stimmt. Hab ich ewig nicht gemacht. Dabei ist das doch gar nichts Besonderes. Keine großartige Veränderung. Als ich meine Haare abgeschnitten habe, ist das niemandem aufgefallen. Aber wenn ich sie mal aus dem Gesicht nehme und zurückbinde – bekomme ich prompt eine Reaktion. 

Bin ich bequem geworden? Standardprogramm, Routine, Normalablauf. Oder einfach nur langweilig? Ich weiß, es ist ein Kompliment, aber irgendwie ärgere ich mich fast darüber. Ich brauche das normalerweise. Die Haare. Im Gesicht. Mein Vorhang. Mein Schutzmantel. Verstecken spielen mit der Welt. Ein bisschen Raum für mich. Was zum Spielen mit den Fingern, wenn ich nervös bin, oder aufgeregt. Dann zappel ich herum und zerzause meine Haare. 

Dabei ist das doch gar nichts Besonderes. Keine großartige Veränderung. 

Ne Winzigkeit. Ein Fingerschnippen. Ein Haargummi. Banal vielleicht. Und sicher nichts, worüber man einen Text schreiben sollte. Oder doch? Gesicht zeigen. Nicht verstecken. Präsent sein. Tatkräftiger. Ein bisschen forscher, aktiver irgendwie, ein bisschen kritischer, ein bisschen entschlossener. Kein Vorhang. Kein Versteckspiel. Keine Chance für Nervosität. Ein bisschen mehr da. Heute.

Dabei ist es doch gar nichts Besonderes. Keine großartige Veränderung. 

Nur ein bisschen weniger Vorhang. Und ne winzige Veränderung. Für einen Tag. Vielleicht versteck ich mich morgen wieder. Oder ich probier mal einen Dutt. 

Manchmal braucht es gar keine großartige Veränderung. Nichts Besonderes. Nur ein Fingerschnippen. Einen Haargummi. Einen Pferdeschwanz. Und die ganze Einstellung zum Tag, zum Selbst – ändert sich. 

Oberflächlich – Haare, Frisuren, Mode. Aber genau das ist doch die Entscheidung, die wir jeden Morgen fällen. Wer bin ich heute? Wie fühle ich mich? Und das drücken wir aus. Ob bewusst oder unbewusst. Mit unserer Kleidung. Make – up. Und nem Pferdeschwanz. 

Schon irgendwie was Besonderes – so (k)eine großartige Veränderung.

 

Nachtrag// der wichtigste Teil

Ich glaube, Feminismus, Frauenpower, wie auch immer wir das nennen wollen, hat viel mit den Themen Mode und Beauty zu tun. Und auch, wenn genau diese Assoziation mit so offensichtlich „mädchenhaft“- konnotierten Sujets zu ganz viel Genderwahn-Augenrollen führen mag …  für mich und ich glaube, auch für jeden anderen Menschen (ob nun Mann oder Frau oder irgendetwas dazwischen) ist die Entscheidung, was ich früh anziehe, wie ich mich schminke, welche Frisur ich gern tragen möchte… immer auch Ausdrucksweise dessen, wie ich mich an diesem Tag fühle. Wie ist meine Stimmung, wie möchte ich auftreten, was signalisiere ich meinem Gegenüber? Bin ich entschlossen, tatendurstig, bequem, sehne ich ich mich vielleicht nach einer kuscheligen Wohlfühlumgebung oder bin ich heute die schönste Frau der Welt und – ja, das darf man über sich selbst ruhig auch mal sagen – wahnsinnig sexy? Du musst dich nicht jeden Tag mögen. Und du musst dir auch nicht jeden Tag Gedanken darüber machen, was du anziehst, oder wie du deine Haare trägst.

Aber ich finde – in einem Pferdeschwanz steckt manchmal ganz schön viel Frauenpower!

(Bevor du jetzt aufhörst, zu lesen: Ich habe dem Beitrag ein Schlagwort hinzugefügt (#Feminismus(s)). Das findest du am Ende dieses Beitrags. Dort kommst du zum ersten Post dieser Reihe und zu allen, die zukünftig noch folgen werden.)

Leni-2

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Ich bin wie eine Schnecke.

Lifestyle

Ich bin wie eine Schnecke, 

ganz klein und eingerollt in einem dünn-soliden Haus. 

Ich schaue manchmal zaghaft und ein bisschen schüchtern hinaus, 

versuche abzutasten, was sich mir zeigt im Sonnenschein, 

doch stoßen meine Fühler an, zieh ich mich zurück in mein Heim. 

Ich fühl mich hier drin sicher, hier kenn ich mich aus, bin ganz Schnecke, 

doch wage ich mich auf unbekanntes Terrain, 

hab ich Angst, bin unsicher und verstecke

mich doch wieder. 

Ich bin wie ein kleiner Fisch, 

den die Großen ganz oft überseh´n, 

der fast unsichtbar und glücklich im Wasser schwirrt, 

für den die Angler sich nicht interessiern. 

Ich schwimme durch kühle H2O-Moleküle und lebe hinein in den Tag, 

ich hab nur ein Kurzzeitgedächtnis und denk nicht drüber nach, wer mich mag. 

Ich bin wie ein Entenbaby. 

Ich schnattere froh, häng an Mamas Federkleid, 

und das geht wohl nicht bis in alle Ewigkeit, 

doch was ich heute nicht weiß, macht mein Herzlein nicht schwer. 

Ich bin wie eine Ameise, 

ich zapple und laufe und reise

umher durch die Welt, und wo´s mir gefällt, halt ich an. 

Ich bin strebsam, ich mache und schufte und tu, 

und ich komm nicht zur Ruh, 

eh der Winter nicht kommt und meine Pause beginnt. 

Ich bin wie eine Elefantenkuh, 

manchmal groß und behäbig, 

manchmal gemütlich und schläfrig, 

und manchmal einfach nur ich. 

Ich hab eine Haut, die so dick ist wie Stahl, doch eigentlich ganz butterweich. 

Sie ist zart und ich feinfühlig, 

runzlig und feingliedrig, 

ich bin wie ein Schiff im Meer. 

Ich bin wie das Segel im Wind, 

das stetig hin und her schwingt, 

an dem ablesbar ist, wies ums Wetter grad steht, 

ob die Erde sich immer noch gleichmäßig dreht,

und das die Richtung zeigt, in die das Schiff fährt. 

Ich bin wie der sandige Boden, 

in den der Anker einschlägt am Ziel. 

Ich halt ihn gut fest, auf mich ist Verlass, 

jedes Sandkorn meiner Masse gibt gut darauf Acht, 

dass das Schiff sicher ankert im Hafen. 

Ich bin wie eine Taube, 

ich gebe niemals ruh. 

Ich bin zuweil penetrant, zuweilen galant, 

geb mich gern trotzig in federnden Schrittchen. 

Ich bin niemals still und einfach weil ich es will, 

sing ich die ganze herrliche Nacht. 

Ich bin wie ein Uhu im Wald, 

und nachts wird es dunkel und kalt um mich her, 

ich sitze ganz ruhig und sträube mich sehr, 

jetzt schon schlafen zu gehn, ich will die Sterne noch sehn. 

Aber eigentlich bin ich ein Seestern,

ich beobachte die Welt vom Grund. 

Ich seh all die Fische und Vögel da oben, 

ich bin ganz still und während Gezeiten noch toben, 

lieg ich im Wasser und analysiere. 

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Willkommen.

Lifestyle

Da ist ein Fleck auf meinem Spiegel. Und meine Tatstatur hat Staubkörner in den Zwischenräumen. Der Teppich verdeckt die Tatsache, dass sich, seit ich gestern gesaugt habe, schon wieder Haare aus meiner Bürste gelöst haben. Ist mein Bett gemacht? Der Stuhl gerade hinter dem Tisch? Seit wann bin ich so pedantisch? 

Aber du warst noch nie hier. Und ich will, dass du dich wohl fühlst. Keine Ahnung, warum eigentlich. Wir kennen uns doch noch gar nicht so gut. Aber auf einmal willst du gleich vor meiner Tür stehen. Und da sind noch Klebereste auf dem Parkett vom Malern letzte Woche. Und dieser Fleck auf dem Spiegel. 

Normalerweise stören mich diese Dinge nicht. Ich brauche eine Grundordnung. Die mir sagt: Du hast die Dinge im Griff. Aber es hebt mich auch nicht an, den Boden mal zwei (oder drei) Tage nicht zu sehen, weil ich mich wieder nicht entscheiden konnte, was ich anziehen möchte. 

Aber du warst hier noch nie. Und ich will, dass du dich wohl fühlst. Bei mir. Mit mir. Dabei weiß ich doch noch nicht mal, ob ich mich mit dir wohl fühle. 

Sind die Blumen zu verwelkt? Hab ich dran gedacht, die Spülmaschine auszuräumen? Liegt auch ja nirgendwo mehr ein BH herum? Und seit wann stört mich das? 

Ich hab den Boden noch schnell gesaugt. Und das Buch vom Sofa ins Regal geräumt. Hab Musik angemacht. Und vergeblich versucht, die Klebereste vom Boden zu entfernen. 
Aber der Fleck am Spiegel ist geblieben. 
Ich poliere mein Spiegelbild nicht auf. Ich habe Flecken auf dem Spiegel. Und sauge höchstens einmal in der Woche. Und meine Fenster wurden das erste und einzige Mal genau nach meinem Einzug geputzt. Und mein Bett ist chronisch unordentlich. Wie ich. Ein bisschen chaotisch. Ein bisschen zerzaust. 

Und du warst noch nie hier. Ich will, dass du dich wohl fühlst bei mir. 

Es klingelt an der Tür. Ich schieb den Stuhl ein Stück nach links und öffne. 

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Sommerregen.

Lifestyle

Und draußen tobt der Sommerregen. 
Ich sitz drin und denk daran, 
dass, wer jetzt nach oben schaut,
nen Regenbogen sehen kann. 

Ich bin krank. Schon wieder. Eine Kollegin meinte aufmunternd zu mir: „Nimm es nicht so schwer. Als ich angefangen habe, wieder mit Kindern zu arbeiten, hatte ich auch jeden Mist. Man steckt sich bei den Kleinen einfach superschnell an.“ Und ich weiß, sie hat recht. Aber es ist ätzend. Also: Schon wieder auf der Couch. Schon wieder nur lesen. Schon wieder Kopfschmerz und ein explodierender Rachen. Schon wieder Hühnersuppe und Salbeitee. 

Und draußen tobt der Sommerregen. 
Ich sitz drin und denk daran,
dass, wer jetzt nach oben schaut
nen Regenbogen sehen kann.

Ich hab an dich gedacht. Schon wieder. Und ich bin es leid. Doch ich schlafe nicht und wälze mich im Bett umher und vom kleinsten Geräusch werd ich wach. Und … dann hatte ich dein Bild vor Augen. Auf einmal wieder. Nach der ganzen Zeit. Obwohl ich dachte, du wärst mit dem Löschen jeder Nachricht von meinem Handy auch aus meinem Leben verschwunden. Aber … diesmal tat es nicht weh. Diesmal nicht. 

Und draußen tobt der Sommerregen. 
Ich sitz drin und denk daran,
dass, wer jetzt nach oben schaut,
nen Regenbogen sehen kann. 

Sie weint in mein Telefon. Wieder. Und ich kann nichts tun, als sie durch die Leitung hindurch zu umarmen. Ich wünschte, er wüsste, was er ihr antut. Vermutlich weiß er es sogar. Warum muss es so weh tun, wenn Herzen brechen? , denke ich. Das wird wieder, irgendwann. , sage ich. Es tut weh. Wieder. Und ein Schluchzer schüttelt dich. Wieder. Und wieder. Und ich fühle mich so hilflos. Wieder. Aber ich bin hier, wenn du willst die ganze Nacht und bleibe schweigend am anderen Ende der Leitung, wenn dir das hilft. Wenn es dich eine Sekunde lang tröstet. 

Und draußen tobt der Sommerregen. 
Ich sitz drin und denk daran,
dass, wer jetzt nach oben schaut,
nen Regenbogen sehen kann.

Ich schreibe. Wieder. Nach ewiger Zeit. Habe ein Gedicht verfasst. In meinem Inspirationsbuch. Geheim. Wieder. Nicht vorgelesen. Noch nicht. Und irgendwie ein kleines, gereimtes Geschenk an mich selbst. Ich kann es doch noch. Blockade gelöst. Ein bisschen. Neue Inspiration gefunden. Schritt für Schritt, Krumen für Krumen. Regenbogen gefunden. Zumindest eine Farbe davon. 

Und draußen tobt der Sommerregen. 
Ich sitz drin und denk daran,
dass, wer jetzt nach oben schaut,
nen Regenbogen sehen kann.

 

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Und schreibt mir gern eure Gedanken. Das versüßt mir immer den Tag! 🙂