Bundestagswahl 2021 – jetzt noch schnell politisch werden / Bundestagswahl-Bootcamp

Allgemein, Politik

Am 26. September sind Wahlen. Und gerade in solch polarisierenden Zeiten ist es wichtig, eine Stimme abzugeben. Zu Partizipieren. Ich werde jetzt hier keinen langen Überzeugungstext schreiben, warum es ein großartiges demokratisches Recht ist, wählen zu dürfen (by the way – ist es!!). Ich setze hier einfach als gegeben voraus, dass du dich dazu entschieden hast, zu wählen. Warum hättest du wohl sonst auf diesen Post geklickt? Ich schlittere zwar gerade holter die Polter in die Prüfungszeit, aber wenn ich es schaffe, würde ich gern mit dir gemeinsam bis September noch ein bisschen Politik-fit werden. Also: Lust auf ein kleines Bundestagswahl-Bootcamp? Getting that last-minute-hot-summer-…brain!

Es gibt viele verschiedene Parteien. Und auch, wenn uns die meisten davon sicher irgendwie ein Begriff sind (und ich ja auch Politik studiere – hust hust), könnte ich dir jetzt nicht direkt erzählen, was da alles ganz genau im Wahlprogramm von Partei XY steht. Ist auch prinzipiell erstmal nicht schlimm. Trotzdem – und da sind wir uns hoffentlich einig – ist es wichtig, sich ein bisschen zu informieren, wofür welche Partei denn gerade steht. Was für Ziele sollen umgesetzt werden? Wofür oder wogegen setzt man sich ein? Und welche:r Spitzen- oder Direkt-Kandidat:in steht eigentlich für welche Inhalte? Es gibt viele Wege, sich zu informieren. Wir könnten uns jetzt die eben bereits angesprochenen Wahlprogramme herunterladen und durchlesen (wer da Bock drauf hat: hier kommst du zu den Wahlprogrammen von CDU/CSU, Grünen, Linken, SPD, FDP und AfD). Da das dem/der Einen oder Anderen zu mühsam sein könnte, gibt es heute im Bundestagswahl-Bootcamp Teil 1 fünf Ideen, wie du heute noch anfangen kannst, dich schnell und easy politisch zu informieren und herauszufinden, welche Partei bzw. welche:r Politiker:in zu dir passt.

  1. Good old Tagesschau
    Ok, let´s get the obvious one out of the way. Danach wird es kreativer, versprochen. Aber wir kommen in so einer Sammlung nicht ohne die gute alte Nachrichtensendung aus. Und damit meine ich nicht die Telegram Accounts irgendwelcher Verschwörungstheoretiker:innen, Querdenker:innen, etc. Sondern die gute klassische Nachrichtensendung. Wie die Tagesschau oder das Heute Journal. Bequem in der Mediathek auffindbar. Und du kannst dir die Abendsendung auch am nächsten Morgen beim Frühstück anschauen, falls du wie ich abends 20Uhr meistens noch mit irgendetwas anderem beschäftigt bist. Nur 15 Minuten deines Tages gehen hierfür drauf, die Informationen sind seriös und du bekommst nicht nur zur deutschen Politik, sondern auch zu weltweit wichtigen Themen einen Überblick. Mit näherschreitender Bundestagswahl bekommst du hier in Zukunft auf jeden Fall auch Infos zu Parteien oder das ein oder andere Kurzinterview zu sehen. Kein Allheil- oder Alleinmittel, aber ein guter Anfang.

2. Instagram-Accounts abonnieren
Als Millenials im besten Sinne verbringen wir doch alle viel zu viel Zeit auf Instagram (bitte sagt mir, ich bin da nicht die Einzige). Aber wenn schon so viel Bildschirmzeit, warum sie dann nicht zumindest ein bisschen sinnvoll nutzen? Die meisten Politiker:innen sind auf Instagram unterwegs – einige mit sehr sinnvollen und informativen Accounts, andere … naja, weniger. Ich möchte hier keine politische Richtung vorgeben oder irgendjemandem etwas aufdrängen. Aber das hier ist und bleibt ein persönlicher Blog! Und deshalb werde ich keinen Hehl daraus machen, dass ich die AfD für eine überflüssige und undemokratische Partei halte und Instagramaccounts von Höcke, Weidel und Co für mich nicht nur nicht empfehlenswert sind, sondern gesperrt gehören. Nun denn. Nachdem wir das geklärt haben, hier ein paar sehr sinnvolle Politik-Accounts zum Nebenbei-Informieren, ganz easy und schnell durch automatisch in deinen Feed gespülte Posts:
@jungundpolitisch
Victoria und Johanna, zwei Mädels aus Berlin, informieren rund ums Thema Politik. Dabei interviewen sie Bundestagsabgeordnete, erklären dir Lobbyismus und Gesetzgebung und klären Fragen wie „Warum gibt es eigentlich Parteien?“. Sehr empfehlenswerter Account, der Basics vermittelt, aufklärt und der neben bekannten Gesichtern auch mal Leute vor der Kamera hat, die man sonst seltener in den sozialen Medien sieht.
@aminajmina
Aminata Touré, Abgeordnete der Grünen, Sprecherin für Antirassismus und Vizepräsidentin des Landtages Schleswig-Holstein, nimmt dich mit durch ihren Politikalltag. Dabei macht sie ihren Terminplan transparent, beantwortet Fragen, veranstaltet Livestreams (letztes Jahr zum Beispiel mit Robert Habeck zum Thema Antirassismus und BlackLivesMatter) und nimmt dich mit auf Reisen, wie erst kürzlich nach Paris ins assemblé nationale.
@bundeskanzlerin
Auf dem Instagram-Account von Angela Merkel findest du Neuigkeiten aus dem Kanzleramt, von offiziellen Terminen der Kanzlerin, oder Ausschnitte aus aktuellen Reden. Vielleicht nicht der peppigste Account unter der Sonne, aber definitiv eine sinnvolle Informationsquelle, um up-to-date zu bleiben.
@abaerbock , @olafscholz , @armin_laschet
Ich muss sie nicht alle toll finden, aber ich habe alle Kanzler:innenkandidat:innen abonniert, um auf dem Laufenden zu bleiben. Auf allen drei Accounts geht es derzeit vor allem um den Wahlkampf. Um Ideen und Diskurse, um Reden und öffentliche Auftritte. Ich finde es sehr spannend, dort ein bisschen „näher dran“ zu sein und ein bisschen mehr über die Kandidat:innen zu erfahren.

3. Der Wahl-O-Mat
Eigentlich ein gut bekanntes Tool, aber falls es dir wirklich noch kein Begriff sein sollte: der Wahl-O-Mat wird ca. vier Wochen vor der Bundestagswahl freigeschaltet und führt dich anhand von Fragen durch die Programme der zur Wahl stehenden Parteien. Je nachdem, ob du einer Aussage zustimmst oder nicht, erstellt das Tool dir ein politisches Profil und gibt dir am Ende der Befragung an, wie viel Übereinstimmung du mit welcher Partei hast. Definitiv ein spannendes Tool, auch wenn ich persönlich der Meinung bin, es sollte nicht der einzig ausschlaggebende Punkt für eine endgültige Wahl-Entscheidung sein.

4. Zeit Online App herunterladen und Benachrichtigungen aktivieren
Wenn du lieber den Spiegel magst, erfüllt dieser einen ähnlichen Zweck. Die Grundidee ist: Lade dir die App einer (seriösen/objektiven/nicht reißerischen – also please nicht die Bild oder Ähnliches) Zeitung herunter und aktiviere die Benachrichtigungen. So bekommst du wichtige News direkt auf den Homebildschirm geschickt, selbst wenn du dich nicht dazu aufraffen kannst, jeden Tag in die App zu schauen und dir einzelne Artikel durchzulesen. Ohne selbst besonders aktiv werden zu müssen, hast du so einen stetigen Reminder für politische (aber auch gesellschaftliche) Themen. Allein Überschriften verraten schonmal mehr als nichts und durch die Notofications kannst du leichter sortieren, worauf es sich für dich lohnt zu klicken um mehr zu erfahren. Ich persönlich lese Zeit Online Artikel gern, während ich auf die Bahn oder den Bus warte.

5. Podcasts und Talk Shows
Das ist der Punkt, der vielleicht nicht ganz so „nebenbei“ und zeitunaufwändig ist, wie die vorherigen. Aber ich persönlich schaue gerade kurz vor Wahlen super gern Talkshows. Sie informieren, und man hört die Kandidat:innen noch einmal ganz direkt zu wichtigen Themen und Fragen sprechen und Stellung beziehen.
Podcasts höre ich vor allem gern beim Aufräumen, Fahrradfahren, Kochen, … ok ich höre eigentlich immer gern Podcasts. Zum Nachrichten checken finde ich die Lage der Nation am besten. Höre ich zugegeben zur Zeit nicht so regelmäßig, wie ich sollte. Philip Banse und Ulf Buermeyer reden einmal in der Woche über aktuelle politische Themen und schlüsseln dabei so dermaßen kompetent und detaillert Hintergrundinformationen auf, dass es richtig Spaß macht „mehr“ zu erfahren als nur beim Nachrichten gucken. Wirklich spannend und gut gemacht!
Außerdem bin ich seit einige Wochen vollkommen abhängig vom Alles gesagt? – Podcast von Zeit Online. Jochen Wegner und Christoph Amend, Chefredakteur von Zeit und Zeit Online, interviewen einmal im Monat eine:n Gäst:in. Darunter auch immer wieder Politiker:innen, wie erst kürzlich Annalena Baerbock. Das Besondere: Der/die Eingeladene überlegt sich zu Beginn ein Schlusswort. Sagt er/sie dieses, so ist der Podcast ohne weitere Worte direkt an dieser Stelle beendet. Bis dahin allerdings läuft das Interview weiter. Dabei geht es um Politik, Musik, Lebensgeschichten, und immer wieder auch um Wein und Essensvorlieben. Es wird also definitiv auch bei einer Lauflänge von mehreren Stunden nicht langweilig und ich höre gerade eine Folge nach der anderen. Meine Favoriten bisher: Annalena Baerbock, Sophie Passmann, Mai Thi Nguyen-Kim und Tim Raue.

Ich hoffe, dass hat dir ein bisschen Inspiration geliefert, in der nächsten Zeit einmal andere Kanäle zur politischen Information zu nutzen und selbst ein bisschen aktiver / informierter zu werden. Ein erster Grundstein für ein erfolgreiches Bundestagswahl-Bootcamp ist auf jeden Fall gelegt! Vielen Dank fürs Lesen und wenn du noch mehr kreative und außergewöhnliche Ideen hast, wie wir alle bis zum 26. September noch ein bisschen politisch fit werden, immer her damit!

Alles Liebe,

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