Von Meinungen und Tatsachen

Allgemein, Gedanken, Politik

Ich habe den ersten Teil dieses Textes schon vor einer Weile geschrieben. Und doch fühlt sich das Meiste darin sehr aktuell an…

Vor einer Weile:

Es fällt mir derzeit schwer, meine Gedanken in Worte zu fassen. Ich weiß nicht so recht, wo ich anfangen soll inmitten der aktuellen Situation die von so vielen Gegensätzlichkeiten geprägt ist. Nachbarschaftshilfe und Corona-Demos. Homeoffice und die Zahlen steigen trotzdem wieder. Ich habe mich mittlerweile daran gewöhnt, wenn ich das Haus verlasse. Schlüssel, Handy, Portemonnaie, Maske. Automatisch gehe ich durch, ob ich alles bei mir trage, was derzeit wichtig ist, bevor ich die Tür hinter mir schließe. Auf dem Treppenabsatz kehre ich um. Ich habe das Handdesinfektionsmittel vergessen. Falls man doch einmal nicht umhin kommt in der Bahn etwas anzufassen. Oder einen Einkaufswagen schieben will. Mir macht das nichts aus. Ich habe das Gefühl, dass das endlich ein bisschen Normalität geworden ist. Für die meisten. Alltag. Schlüssel, Handy, Portemonnaie, Maske.

In der Bahn haben wieder einige Leute ihre Masken nicht auf. Einigen baumelt sie am Kinn, andere haben sie halbherzig bis kurz unter die Nase gezogen. „Damit ich richtig atmen kann“, wie mir ein Mädchen, ich schätze sie auf etwa neun, beim Einkaufen erzählt. Als ich ihr erkläre, warum es wichtig ist, sie auch über die Nase zu ziehen leuchtet ihr das ein und sie hebt sie weiter nach oben. Kurze Zeit später, sehe ich die Kleine ein paar Gänge weiter mit ihrer Mutter wieder. Auch ihre Maske bedeckt die Nase nicht.
Ich versuche das Fahrrad zu nehmen, anstatt den Bus. Menschen zu meiden. Am Telefon erzählt mir eine Freundin, wie ihre Kolleg:innen sich darüber unterhalten, sich jetzt wohl früher treffen zu müssen, eher anzufangen mit dem Trinken, wenn doch die Bars geschlossen werden und es eine Ausgangssperre gibt.
Ich bin ein großer Fan vom Dinge gemeinsam denken. Vom zusammen Handeln. Und gerade deshalb fällt es mir so schwer zu verstehen wie wir, die wir alle so sehr von unseren demokratischen Freiheiten profitieren, uns so schnell eingeschränkt fühlen können. „Masken helfen nicht!“, schreit mich ein Mann im Baumarkt an. Ich hatte ihn gebeten, seine Maske richtig aufzusetzen. Es fällt mir unheimlich schwer zur Zeit, positiv zu bleiben.

Heute:
Ich fühle mich ständig schwach. Ausgelaugt vom Nur-Zuhause-Sitzen. Und die andauernde und ständig wiederkehrende Kälte hilft dabei nicht. Ich sehne mich nach dem Frühling. Nach besserem Wetter. Nach Sonnenlicht, dass die Stimmung hebt. Ich weiß, wie privilegiert ich bin. Ich bin mir dessen wirklich bewusst. Ohne Existenzängste, ohne Kinder, um deren Homeschooling ich mich neben meinem eigenen Workload kümmern muss, ohne ein kleines Geschäft, das gerade bankrott geht und viel zu wenig oder viel zu spät etwas abbekommt von den staatlich versprochenen Hilfen. Aber mir fällt die Decke auf den Kopf. Immer wieder. Nicht ständig, nicht jeden Tag, aber immer öfter merke ich wie sehr mich die immer noch so angespannte Lage belastet. Und wie sehr es mich belastet Sätze zu hören wie „Ich schaue keine Tagesschau mehr, weil dort nur erzählt wird was ihnen von der Regierung diktiert wird“ oder „Ich glaube nicht an diesen sogenannten Impfstoff, das ist ja wohl meine Meinung“. Und ganz ehrlich? Mir wird schlecht davon! Und das ist jetzt auch nur meine Meinung. Ich weiß nicht mehr, wer es gesagt hat, aber ich finde der Satz „Jede:r hat ein Recht auf eine eigene Meinung. Aber kein Recht auf eigene Tatsachen“ birgt viel Wahrheit. Ein Beispiel: Zu sagen, man fände Beschränkungen zu hart, es müsse mehr Blickpunkt auf die Wiederöffnung von Schulen oder gute Online Lehre gelegt werden, sich dahingehend zu äußern, dass dies oder jenes zu streng oder zu lasch gehandhabt werde – das ist eine Meinung. Zu sagen, die unabhängigen öffentlich-rechtlichen Medien wären nur das Sprachrohr dessen, was ihnen von der Politk diktiert würde oder das sei doch nur eine harmlose Grippe und die Politik wöllte uns nur gefügig oder kontrollierbar machen – das ist einfach faktisch falsch. Diese Pandemie ist eine wirtschaftliche Herausforderung für jedes Land, für jede Regierung und für jede Bevölkerung. Eine soziale Herausforderung und eine Aufgabe, die sich kein Mensch dieser Welt jemals gewünscht hätte. Ich empfinde es als Hohn gegenüber jedem und jeder Erkrankten sich derart abschätzig zu äußern, Maßnahmen nicht einzuhalten, oder fröhlich zu verkünden, dass jeder und jedem der/die sich impfen lasse ein drittes Auge wachse. Ich habe diese Pandemie so satt, ich habe es so satt zuhause zu sitzen und ich habe es so satt mir Sorgen um meine hochbetagte Großmutter zu machen, nur weil es immer noch Menschen gibt die nicht verstehen, dass das Leben und das Überleben von Menschen immer die höchste Priorität unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens sein sollte. Demokratische Grundwerte bedeuten für mich in allererster Linie Nächstenliebe und Rücksichtnahme – in der Art wie du sprichst, in der Art wie du denkst und vor allem in der Art wie du handelst.
Also bitte, denkt ein bisschen mit, tragt eure Masken, bleibt zuhause und lasst uns das hier gemeinsam irgendwie durchstehen, damit Geschäfte wieder öffnen können, Menschen wieder zur Arbeit dürfen und wir uns alle nicht mehr die ganze Zeit Sorgen machen müssen.

Wenn du dir Sorgen wegen des Impfstoffs machst, schau mal bei diesen Videos des RKI vorbei:
Wirkweise und potentielle Risiken der mRNA-Impfstoffe: https://www.youtube.com/watch?v=0LnkoEOHSiM
Langzeitfolgen: https://www.youtube.com/watch?v=Aov3qGYv7ls

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