27.09.19 // Es wird Herbst

Lifestyle

Ich habe den Sommer genossen. Die Wärme und die Sonne und dich jeden morgen neben mir beim Aufwachen. Was für ein Luxus. Rückblickend war sogar am Regen auf dem Zelt etwas Schönes, jede Nacht, beim Einschlafen, ein stetiges Trommeln schlägt den Rythmus unseres Urlaubs. Und es hat viel geregnet in unserem Urlaub. Ich hab es genossen, nicht groß nachdenken zu müssen, über die Uni und Deadlines und Portfolios und Praktika und Umzüge. Einfach nur sein dürfen.

Mit Mama an der Ostsee. Mit meiner Cousine im Fenster der Ferienwohnung albern und unser Körpergewicht in Wassereis schlecken. Mit dir im wunderschönen Frankreich und meiner zweiten Familie dort für wenige Tage am Strand und beim Kuchenbacken und Teetrinken in der Foyerküche. Ich hab das so genossen. Am Strand liegen und Postkarten schreiben, während du surfen gehst. Dir das kleine Kino zeigen, in dem ich in meinem Auslandsjahr die ersten französischen Filme verstand. Durch Straßburg spazieren und Gedankentürme bauen über Auslandssemester zu zweit in dieser Märcchenstadt. Mit dir an altbekannten Orten ganz neue Erinnerungen schaffen. Ich habs sogar mal genossen, neben den Postkarten und meinem kleinen grünen Reisetagebuch gar nicht besonders viel zu schreiben. Und jetzt wird es langsam Herbst. Und ganz am Anfang gefiel mir das. Eigentlich gefällt mir das. Aber mit dem Herbst kam Verarbeitung. Lange Tage, von der Dunkelheit in Streifen geschnitten, wie viel zu schmale Ausschnitte viel größerer Fotografien. Verarbeiten. Was alles Neues beginnt. Dabei will ich mich im Herbst eigentlich nur einkuscheln, auf dem Sofa, Wein trinken und Harry Potter schauen, so wie letzte Woche. Mit dem Sommer packten wir auch meine Sachen in Kisten. Trugen sie aus dem achten Stock hinunter in ein neues Zimmer. Mit knarrendem Holzboden und einem abgesägten Bett. Mit dem Herbst kam ein bisschen mehr Traurigkeit. Ein bisschen mehr Schwere. Ein bisschen mehr Nachdenken über all das, was eigentlich gerade passiert. Und wie weh das manchmal tut. Über Abschiede. Über Schicksale und übers Trösten. Und getröstet werden. Mit dem Herbst kam die Erkenntnis, dass man das manchmal zulassen darf. Sorgen. Und die Traurigkeit. Und dass mir Dinge nahe gehen, näher als ich dachte. Das ist in Ordnung. Und eigentlich lieb ich den Herbst. Ich liebe Mäntel und Schals und heiße Badewannen und mal kein schlechtes Gewissen haben zu müssen, weil ich mich mit dir auf der Couch einkuschel statt rauszugehen, weil es draußen sowieso nur regnet. Aber jetzt gerade eben – hätte ich gern noch ein bisschen mehr Sommer. Ein bisschen mehr Zeit. Ohne nachdenken. Ohne Verpflichtungen. Nur für uns beide und nur für eine kleine Weile noch. Und dann kann der Herbst auch kommen – versprochen.

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