Von Chaos und Kisten.

Lifestyle

Da ist so viel Chaos. So Vieles ist ungeordnet, unerledigt, ungesagt. Unbedacht? So viel Wirr um mich her, dass ich kaum weiß, wo ich anfangen soll es zu ordnen. Ich sollte beginnen, mein Leben in Kisten zu packen. Sollte ich wirklich. Nur wo? Was nehme ich mit in den Neuanfang?

Neues macht mir immer ein bisschen Angst. Das ist nicht schön, aber es ist die Wahrheit. Ich meine: Ich liebe Neuanfänge. Wirklich! Aber wenn ich erst einmal mittendrin stecke, verabscheue ich nichts aufrichtiger. Weil ich mich gern im Status quo bewege. Weil ich mein Leben mag. Mein Zuhause. Meine Stadt. Ich habe hier so Vieles gesehen, erlebt, getan. Die Schule begonnen und beendet, die Kletterspinne erklommen, den ersten Caipirinha in den Straßen dieser Stadt zu dieser Musik und dem Beat der sich langsam träge bewegenden Menschenmassen. Auf diesen Treppen habe ich dir von meinem ersten Kuss erzählt, auf diesem Steg haben wir nachts noch die erleuchtete Brücke bestaunt und politische Diskussionen geführt. Auf dieser Bühne las ich mein erstes Gedicht. Und in dieser Straße entdeckte ich meine Liebe zur Poesie. In dieser Oper fand ich ein Zuhause. Verlor mich in ihrer Musik, den Kostümen, den im Scheinwerferlicht tanzenden winzigen Staubpartikeln, die aussahen wie auf uns herabsinkende Schneeflocken. Ich habe hier Liebe gefunden und Freunde und Lieblingsplätze. Den Steg, unsere Bank, diese große versteckte Wiese im Park. Ich weiß, wo es das beste Eis gibt und wo den schönsten Kinosaal, ich kenne den schönsten Geheimplatz und den besondersten Hinterhof. Ich denke manchmal, das verliere ich dann. Ich bin mit diesem Ort verwachsen, wie ein Baum, der seine Wurzeln stetig tiefer in den Boden schlägt, der ihm Halt gibt. Und jetzt versuch mal, einen Baum umzupflanzen. Ist doch klar, dass das nicht leicht fällt.

Aber ich habe mich entschieden. Kisten zu packen. Umzuwurzeln. Neue Lieblingsplätze zu entdecken und mir die Mission gesetzt, die beste Eiscreme einer anderen Stadt zu finden.
Das bedeutet ein ziemliches Chaos. Erst einmal. Vieles ist Wirr. Undentdeckt. Unverbraucht. Unbekannt. Spannend. Ich packe ersteinmal nur eine Kiste. Eine kleine. Eine voller Wurzeln und Erinnerungen. Und vielleicht dann morgen eine zweite. Es ist ein Anfang. Ein Neuanfang.

Leni-2

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2 Gedanken zu “Von Chaos und Kisten.

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