Travelguide : Riga

Travel

Im Juli 2016 habe ich mir mit meiner besten Freundin einen großen Traum erfüllt: Nach dem Abitur haben wir eine richtig große Reise unternommen. Vier volle Wochen ging es durch Ost – bis hoch nach Nordeuropa.

Unsere Reiseroute : Warschau-Riga-Tallinn-St.Petersburg-Helsinki. Direkt im Anschluss daran habe ich mein Jahr in Frankreich verbracht und durch die ganzen neuen Erfahrungen und Erlebnisse habe ich mir bis jetzt nicht die Zeit genommen, diese wundervolle Reise wirklich zu rekapitulieren. Deshalb kommen die zugehörigen Blogposts erst jetzt, über ein Jahr später, online. In nächster Zeit werde ich also immer mal wieder einen Travelguide zu den Städten, in chronologischer Reihenfolge, einfließen lassen.

Den Anfang machte Warschau, wo wir fünf Tage verbracht haben. Den Artikel findet ihr hier

Weiter ging es nach Riga. Auch hier haben wir fünf wunderschöne Tage verbracht.

Riga ist die Hauptstadt Lettlands und Heimat von 702.000 Einwohnern. Bezahlen könnt ihr in der alten berühmten Hansestadt mit Euros. Achtung, Uhren verstellen! Riga ist uns eine Stunde vorau in der Zeit. Und jetzt geht es los:

Übernachten

Auch in Riga kann man, wie in Warschau, sehr günstig und schön wohnen. Wir haben uns im „Central Hostel“ einquartiert. Nicht so luxuriös wie das Hostel in Warschau, aber das hatte ja auch Hotelqualität. Trotzdem richtig hübsch und (mit eigenen Bettlaken, da bin ich eigen) auch echt sauber. Leider ein bisschen stickig, weil wir im zweiten Stock untergebracht waren, aber wir haben hier echt tolle Menschen kennengelernt und hatten eine gute Zeit. Es gibt eine Gemeinschaftsküche und einen Gemeinschaftsraum. Duschen sind auf dem Gang. Ein klassisches Hostel eben. 

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Sehenswürdigkeiten

Die beste Aussicht  … hat man definitiv vom Wissenschaftsturm. Der sieht tatsächlich fast identisch aus zum Wissenschaftsturm in Warschau. Und wie in Warschau hat man auch in Riga von diesem Gebäude aus einen fantastischen Blick auf die Stadt. Wie man auf den Fotos sieht hatten wir einen ziemlich starken Wind, aber  wenn man sich eine Windjacke mitnimmt, ist das gut auszuhalten.

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Das beste Museum … war in meinen Augen die Gedenkstätte von Zanis Lipkes auf der Insel Kipsala. Ein sehr kleines Museum und gar nicht leicht zu finden, aber absolut ein Ort, den man gesehen haben muss. Zanis Lipkes war ein Mann, der mit seiner Frau gemeinsam in seinem Garten einen Bunker errichtet hat. Dann begannen sie gemeinschaftlich, Juden vor  oder aus dem KZ zu retten und sie in diesem Bunker zu verstecken. Wir hören immer wieder von Menschen, die ihr Leben in der Zeit von 33-45 riskierten, um andere zu retten. Aber so ein persönliches, authentisches Museum zu besuchen (authentisch auch deshalb, da es im ehemaligen Bunkerstil, unterirdisch,  eingerichtet ist), und Zeugenberichte der Betroffenen (Zanis Frau) auf Video hören und sehen zu dürfen, ist einfach nochmal ein ganz besonderes Moment, das auch die Tragik und Grausamkeit dieser Zeit und die Dankbarkeit für Menschen wie Zanis und seiner Frau noch einmal ganz neu entfacht.

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Ein weiteres, sehr gutes Museum ist das frühere Ghetto Rigas, zu dem beispielsweise ein großer, fast leer scheinender Raum gehört, der durch kastenförmige, von der Decke hängende Lampen gefüllt wird. Diese Würfellampen verströmen ein warmes, gelbliches, fast schon gemütliches Licht und erst, wenn man näher herantritt, entdecken wir die Bilder, Tagebuchauszüge, Brieffotografien, Lebensläufe. Leben. Vergangene, abrupt beendete Leben jüdischer Menschen, brutal ermordet vom Nationalsozialismus. Kaum jemals hat mich Stille so bewegt. Stille. Stumme, warmes Licht verströmende Verurteilung für die schrecklichen Verbrechen, die ihnen angetan wurden.

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Kirchen … Drei sehr schöne, sehenswerte Kirchen sind auf jeden Fall die Christi-Gedenk-Kirche, eine klassische russisch-orthodoxe Kirche; die evangelische Johanniskirche und die Petrikirche, die für eine katholische Kirche schön schlich gehalten aus Backstein gebaut ist und die der Marienkirche in Rostock optisch sehr ähnelt, welche hier mit ihrem Altarraum als Inspiration diente.

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Außerdem gesehen haben muss man 
die 
Judendstilbauten in der Alberts iela in der Altstadt;

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die 3 Brüder, drei nebeneinandergebaute Häuser (es gibt auch noch die 3 Schwestern);

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die 4 Markthallen;

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die Freiheitsstatue Lettlands (sie hält drei Sterne hoch und steht für Freiheit und Unabhängigkeit. Als eines der wichtigsten Zeichen Rigas, sie kam uns allerdings sehr sozialistisch anmutend vor…);

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den Fernsehturm, einfach weil es hierzu eine witzige Geschichte gibt. Der Fernsehturm wurde nämlich extra 50cm höher gebaut, als der in Berlin, damit er sich mit dem Titel „höchster Fernsehturm Europas“ schmücken konnte. Das Witzige daran: Der Fernsehturm Berlins wurde als Reaktion darauf nochmal mit einer 1m-Extension ausgestattet und ist seitdem wieder der höchste Europas 🙂 ;

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die Bremer Stadtmusikanten, eine Statue, die mich sehr beeindruckt hat. Bremer Stadtmusikanten deshalb, weil Bischof Albert, der Gründer der Stadt Riga ursprünglich aus Bremen kam. Die Stadtmusikanten der Statue blicken durch ein zerbrochenes Fenster, metaphorisch aus dem zerbrochenen Fenster des Kommunismus, hin zur westlichen Zukunft. Die Tiere haben übrigens goldene Nasen, weil die Touristen an Ihnen reiben. Die Idee: Je nachdem wie hoch man kommt, desto mehr Glück gibt es. Esel: 25% Glück, Hund: 50% Glück, etc. Ich bin bis zur Katze hochgesprungen. 75% Glück. Ich bin ja zum Glück kein bisschen kindlich oder so… 😉 

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Das etwas besondere 2-do 
Natürlich haben wir wieder eine Freetour gemacht und uns ca. zweieinhalb Stunden von einem jungen Tourguides die Stadt zeigen lassen. Das ist einfach in jeder Stadt, die ihr besucht und wo so etwas angeboten wird, eine absolute Empfehlung!!
Außerdem haben wir die Stadt Riga gleich am ersten Tag, eigentlich durch einen Zufall, noch einmal auf einen ganz anderen Weg kennengelernt. Wir wollten eigentlich das Schwarzhäupterhaus anschauen, aber da war/ist die Präsidentenkanzlei drin, was wir nicht wussten und weshalb wir da nicht reinkonnten. Wir haben aber direkt nebenan einen kleinen Laden entdeckt, der einen angeschlossenen Kinosaal besaß. Dort haben wir einen ca. 10-minütigen 5D-Kino-Helikopter-Rundflug über Riga miterlebt. Total außergewöhnlich und wirklich eine ganz coole Möglichkeit, die Stadt erstmals kennenzulernen.

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Die schönste Geschichte … hat uns eine junge Verkäuferin in einem Souvenirladen erzählt. Wir haben überall in Riga Katzensouvenirs gesehen. Katzenmagnete, Katzentassen und auf einem Haus stand eine schwarze Katzenskulptur und blickte auf die Stadt herab. Also haben wir auf gut Glück mal nachgefragt, was es damit auf sich hat. Die Verkäuferin erzählte uns: „Es gab mal einen Mann,  einen lettischen Kaufmann, dem der Zutritt zur Gilde verwehrt wurde. Deshalb brachte er aus Trotz an seinem Haus schwarze Katzen an, mit dem Po in Richtung der Gildehäuser. Er wurde dann der Legende nach unter der Bedingung in die Gilde aufgenommen, dass er die Katzen umdrehte, sodass sie den Gildehäusern jetzt das Gesicht zuwandten. It´s a Story of never giving up!“ So eine schöne und insprierende Geschichte, wie wir fanden. Und prompt landeten zwei Magneten mit Katzenmotiv in unseren Taschen 🙂

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Ganz entspannt … haben wir Tee getrunken. Im Aspara Tea House. Ist wohl eine Kette, aber deswegen nicht weniger gemütlich. Mitten in einem Park haben wir hier tatsächlich fast jeden Nachmittag gesessen (es hat auch einfach in Riga so gut wie jeden Nachmittag geregnet, da bot sich das an) und in der verglasten Oberetage auf Kissen kuscheln Tee getrunken, Reisetagebuch geschrieben und schokolierte Pflaumen genascht.

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Essen

Das Aspara Tea House habe ich ja jetzt schon angesprochen.
Außerdem empfehlenswert ist das „Pankukas“, ein Pfannkuchenladen. Wir haben dort einmal gefrühstückt. Für knapp 4,50€ pro Person inklusive Pfannkuchen, Kaffee und Orangensaft. Sehr lecker und ein echt gemütlicher Laden.

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Was typisch lettische Lebensmittel angeht, so sollte man auf jeden Fall Laima Schokolade probieren, die hier hergestellte und berühmte Schokolade Lettlands.
Und (wenn du schon volljährig bist) Balzam, typisch lettischen Alkohol, eine Art Likör. Mein Ding wars nicht, aber ein netter Kontakt aus dem Hostel meinte, den müssten wir unbedingt probieren, wenn wir schon mal in Lettland sind. 

Weitere Eindrücke

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Schreibt gern auch eure Tipps und Must-dos in Riga in die Kommentare.

Leni-2

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