Kaltes Wasser.

Lifestyle

Als ich das erste Mal „the fault in our stars“ von John Green las, war ich 15 Jahre alt. Ich hatte erste Erfahrungen mit dem Verlust geliebter Menschen gemacht, wusste, was es hieß, die Welt zu hinterfragen und sich seine eigene Bedeutung oder Nicht-Bedeutung als Existenz auf unserem Planeten klarzumachen.  Dem Buch folgte der Film und ich weinte und lachte und verliebte mich in Augustus Waters. Älter, charmant und verletzlich. Klar, dass man da als Teenagermädchen drauf abfährt, oder?

Aber ich glaube damals, wie heute, als ich den Film mit 20 schaute und wieder Rotz und Wasser heulte, dass doch etwas mehr darin steckt als Teenagerromanze und das drohende Damoklesschwert des Todes, das uns alle früher oder später ereilt. Augustus Waters war unbeschwert. Trotz allem, was um ihn herum geschah. Trotz all dem Mist, der ihm im Leben passierte. Er sah Hazel, verliebte sich und – sprach es aus. Kein Herumgedruckse, kein „Sie schreibt mir nicht, dann schreib ich nicht“-Spiel. Keine Angst vor Konsequenzen. Gus bleibt unbeschwert, verzaubert, gerade. Ein kleiner Junge, der zum ersten Mal fliegt. Der keine Scham hat, diese Angst im Bauch zuzugeben, als die Maschine abhebt. Der sich grinsend Horrorfilme anschaut und Zombieapokalypsen in Büchern zur grundständigen Lesebedingung macht. Der sich am Lächeln der Menschen um ihn mindestens so sehr erfreut, wie am eigenen. Gus weiß, wie kurz das Leben sein kann und vielleicht verhilft ihm genau dieses Wissen zu der Gabe, Momente so 100%ig aufzusaugen und auszukosten. „I´m in love with you“. Bumm. Ins kalte Wasser. Kein kleiner Zeh wird vorgestreckt um zu testen, welche Temperatur das Becken hat. Kein Blick über den Rand wird riskiert, um zu schauen, ob es vielleicht zu tief hinunter geht. Gus springt einfach. Weil er seinem Schwimmstil vertraut. Er hat Angst und Scham und ich glaube auch ein riesigen Haufen Panik vor dem Tod. Auch wenn er das nicht zugibt. Aber er hat keine Angst zu sagen, was er denkt, oder fühlt, oder das Wunder des Lebens zu feiern. 

Ich wünschte, wir wären alle ein wenig mehr Augustus Waters. 

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