Die Sache mit der Gondel.

Lifestyle

„Ich hab so furchtbare Angst“, flüstere ich. „Brauchst du nicht.“ Du schaust mir fest in die Augen. „Hey“, du nimmst mich in den Arm, „Ich erzähl dir was, ok? Ich erzähl dir eine Geschichte. Das was dir gerade passiert, das ist wie die Sache mit der Gondel.“ „Welche Gondel“, blicke ich fragend zu dir hoch, bevor ich meinen Kopf wieder an deine Schulter lehne. Und dann beginnst du zu erzählen. 

„Ich war vorher noch nie in den Bergen. Noch nie, kannst du dir das vorstellen? Ich hab vergessen zu atmen, so schön war es, sie das erste Mal zu sehen. Die anderen beiden sind jeden Tag Ski gefahren. Aber ich nicht. Und dann bin ich zum Lift gegangen. Die andern waren schon vorgefahren und dann stand ich da. Vor dieser Gondel. Mit einem Haufen Angst im Bauch. Die Frau am Lift hat mich dann quasi reingeschubst, einfach so, wie man einem Kind das Schwimmen beibringt. Sie hat mich reingeschubst und die Tür zugemacht und dann saß ich da in meiner Gondel. Ganz allein. Nur ich und dieser große Haufen Angst in meinem Bauch. Und bin gefahren. Ich habe mir die ersten dreißig Sekunden gar nicht getraut, auszuatmen, so groß war diese Angst. Irgendwann sind wir über ein Bergplateau gefahren. Der erste gerade Boden unter mir. Immer noch ziemlich weit entfernt, aber ganz kurz nur ging es nicht nur bergauf. Da hab ich mir endlich getraut, auszuatmen. Ganz langsam erst, dann die ganze angestaute Luft in mir auf einmal. War gar nicht so schwer. Der nächste Anstieg, als es wieder nach oben ging, war dann schon deutlich leichter. Und irgendwann – es kam mir vor, als wäre eine Ewigkeit vergangen – bin ich oben angekommen. Ausgestiegen. Hatte wieder Boden unter den Füßen. So viel weiter oben als zuvor. So viel näher am Himmel. Und da habe ich tief Luft geholt und ein-und ausgeatmet, als müsste ich meinen Körper daran erinnern, wie das geht. Habe gemerkt, dass es sich gelohnt hat die Angst zu überwinden, die Sonne im Rücken gespürt und die Schneeflocken vor meiner Nase tanzen sehen. Und da wusste ich, dass es die ganze Angst wert war. Und das mir nichts passieren konnte.Die ganze Zeit nicht.“ Du schaust mich an, streichst mir kurz über die Haare. „Du sitzt in der Gondel Schatz.

Atme.“

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Mauern

Lifestyle

Ich lächle. Aber das siehst du nicht. Ich weine. Und auch das siehst du nicht. Nicht, weil du unsensibel wärst. Oder nicht emphatisch. Du siehst es nicht, weil da eine Mauer zwischen uns steht. Die hab ich mühsam aufgebaut. In liebevoller Kleinarbeit. Hab Stein auf Stein auf Stein gelegt, mit Putz und Mörtel zugeklebt und alle Tore dicht gemacht. Hab lang gewacht. Auf meinem gut versteckten Turm. Hab nachgedacht. Und abgewartet. Hab einmal bloß die Tür geöffnet. Und wurde verletzt.  Wieder gut verschlossen. Und jetzt stehen wir hier. 

Ich habe zu viel geweint in letzter Zeit. Über zu viele Dinge. Ich war unendlich traurig. Nicht weil du gemein gewesen wärst. Oder mir wehgetan hättest. Ich hab mir wehgetan. Schon wieder. Mit Selbsttäuschung.  Und spitzen Lügen. Und dauerhaftem Mich-Betrügen. Denn das, das kann ich wirklich gut. Ganz ohne reden und vor allem ohne Mut. Und ohne Pause. Und jetzt liege ich hier.

Ich hab was gesagt. Aber du hast nicht geantwortet. Dir ist die Antwort im Halse stecken geblieben und heraus kam nur ein Krächzen. Ich hab gedacht du sagst „ok“. Denn danach fühlt sich alles an in den letzten Wochen. Einfach „ok“. Nicht gut, nicht schlecht und ganz ohne Namen, sind wir schließlich geblieben, wo wir schon waren. Zwei Fremde. Und ein Haufen Luft. Wortgeschwängerte, leere Kluft. Und kein Buchstabenseil, darüber zu klettern. 

Ich hab nachgedacht. Vielleicht wieder zu viel. Und jetzt liege ich hier und spiel mein ewiges Spiel. Von vorn und von vorn und von vorn und von vorn. Und weine. Meinetwegen. Das hat jetzt nichts mit dir zu tun. Das hier sind MEINE Tränen. Mein Schmerz. Meine Zweifel. Und mein Herz. Das hat nichts mit dir zu tun. Nur mit mir. Mit mir allein. Von mir vergossen, nur für mich, da bleibt nichts übrig mehr für dich. Ist doch nur Wasser. Und Salz. 

Bring mich nach Hause. Wo auch immer das ist. Dann kann ich mich dort verloren fühlen. Mich durch meinen Emotionsmüll wühlen. Und wenn es mir besser geht, ruf ich dich an. Weil du mich zwar nicht zum Weinen gebracht hast. Aber schon so oft zum Lachen. 

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Zweiter Frühling

Lifestyle

Er nimmt jeden Tag den gleichen Bus. Immer 15:46 Uhr. Stetig der gleiche Ablauf. Derselbe Rhythmus. Er mag das. Diese Routine. Er kennt den Busfahrer. Nicht persönlich natürlich. Wie man jemanden eben kennt, den man jeden Tag sieht und zu dem man eigentlich keine tiefschürfende Beziehung führt. Man grüßt sich freundlich, lächelt sich an. „Wie gehts denn so?“ – „Ach Sie wissen doch. Es geht schon. Es geht schon.“ Er lacht und zwinkert. „Wieder eine Einzelfahrt?“ – „Sie kennen mich gut.“ -„Wollen Sie sich nicht langsam mal eine Dauerkarte zulegen? Sie könnten viel Geld sparen.“ Das rät er ihm ständig. Er zuckt nur schuldbewusst die Achseln. „Cape diem. Oder? We weiß, vlt. geht die Welt morgen unter, da werde ich mich doch nicht wegen 40Cent mehr am Tag krummlegen.“ In Wahrheit sollte er die vierzig Cent eigentlich sparen. Sein Großvater pflegte immer zu sagen „Eine Mark haben oder nicht haben macht schon zwei Mark.“ Aber er ist so vergesslich, dass es ihn nicht wirklich kümmert und außerdem, denkt er, wer hat in seinem Alter schon groß Geld? Der Busfahrer lächelt nur über diese naive Kindskopf Aussage und er geht ein Stück nach hinten durch den Bus. Zwei Haltestellen weiter steigt sie ein. Ungefähr sein Alter. Eine Einkaufstüte in der Hand, die Tasche lässig über den Arm geworfen. Sie fragt, ob sie sich setzen dürfe und lächelt ihn an und er zieht die Beine ein bisschen ein, damit sie Platz hat und ist plötzlich um Worte verlegen. Dabei weiß er doch sonst immer, was er sagen soll. Hat stets einen kecken Spruch auf den Lippen, scherzt mit jedem, der ihm über den Weg läuft. Komm schon, denkt er sich, du hast schon tausend Frauen angesprochen. Frag sie halt, seit wann eine so hübsche junge Frau ihre schwere Einkaufstasche selbst nach Hause tragen muss. Das hätte sie bestimmt zum Lachen gebracht. Doch er bringt kein Wort über die Lippen und als sie fünfzehn Minuten später aussteigt, ist sein Mund noch immer ganz trocken.
Am nächsten Tag steigt sie wieder ein. Wieder zwei Haltestellen nach ihm. Wieder setzt sie sich ihm gegenüber. Und wieder sagt er kein Wort, bis sie fünfzehn Minuten später den Bus verlässt. Von da an ist es jeden Tag das Gleiche. Doch egal wie viele Tage vergehen, er schafft es einfach nicht, sie anzusprechen. Im Laufe der Zeit fallen ihm Kleinigkeiten auf. Sie trägt ein altes Parfum, schwer und trotzdem irgendwie blumig, wie ein sehr alter Rosengarten. Merkwürdig. Aber auch irgendwie niedlich, findet er. Sie hat immer die gleiche Tasche um. Schwarzes Leder mit einem langen Hänkel, damit sie sie quer über den schlanken Körper hängen kann. Sie hat gepflegte Nägel und sie trägt die krausen Haare stets offen. Ihr gemusterter Mantel hat vorne am mittleren Knopf einen losen Faden, den sie einfach nicht zu bemerken scheint. Es macht ihn schier wahnsinnig. Er hat eine leicht neurotische Seite. In der zweiten Woche hat sie angefangen, ihn zu grüßen. Seit Woche drei grüßt er zurück.
Ein paar Monate nach der ersten Begegnung, an einem verregneten Dienstag 15:49 Uhr ist ihre Haltestelle leer. Nur ein Penner mit einem Hund, der den ganzen Bus vollstinkt setzt sich ganz hinten rein. Von ihr keine Spur. Er bemerkt, wie sich seine Laune umgehend dem Wetter anpasst.
Wenn er jetzt den Bus nimmt, macht er keine Witze mehr mit dem Fahrer. Er kauft sich eine Monatskarte. Und er steigt ab jetzt hinten ein, damit er mit niemandem mehr reden muss. Wenn sie an ihrer Haltestelle vorbeifahren stellt er sich vor, sie säße dort vorn und male ihren Namen in die beschlagene Scheibe. Er hat sie noch nicht mal gefragt, wie sie heißt. Ob sie Museen mag? Oder Spaziergänge am Flussufer? Oder trifft sie sich lieber mit Freundinnen und lässt sich zuhause auf der Couch die Füße massieren?
Es ist ein Sonntag im Mai, als er sie wiedertrifft. Da stehen sie plötzlich. Sie in ihrem bunten Mantel mit dem losen Faden und er mit einem Strauß Blumen in der Hand. Er wollte ihn gerade ablegen, da hat sie ihm auf die Schulter getippt. „Hallo“, sagt sie. „Guten Tag.“, gibt er verdattert zurück. „Was tun Sie denn hier?“ – „Ich habe meinen Mann besucht.“ – „Das tut mir leid.“ – „Ach das muss es nicht. Er ist ja schon so lange fort. Ihre Frau?“, fragt sie und nickt zu dem Grab, an dem er steht. „Ja.“, gibt er zurück.
Sie reden noch eine Weile, über ihre verstorbenen Partner und über das Leben allein. Und als sie schließlich nach draußen gehen fragt er Elfriede (inzwischen weiß er ihren Namen), weshalb sie nicht mehr im Bus saß. „Ich hatte eine Operation an der Hüfte.“, erklärt sie und bekommt einen leicht traurigen Gesichtsausdruck. „Und danach hat der Arzt gesagt, ich könne meinen Garten wohl nicht mehr in dem Maße bewirtschaften, wie ich es vor der Operation gemacht habe. Ich solle die Erdbeer- und Kartoffelbeete lieber gegen eine schöne Blumenwiese tauschen. Aber dafür ist mir mein Gärtchen zu schade. Einen Klappstuhl kann ich mir auch im Stadtpark aufbauen. Und da hab ich ihn eben verkauft. Und jetzt fahre ich nicht mehr in die Ecke.“ Er sagt ihr, er habe einen kleinen Garten am Haus. Seine Frau habe ihn damals angelegt. Kartoffeln und Erdbeeren habe er zwar nicht, aber einen schönen alten Pflaumenbaum und ein wirklich hübsches, wenn auch etwas beengtes Kräuterbeet. Und wenn ihr das Unkraut zupfen fehle, könne sie gern ab und an vorbeikommen und ihm zur Hand gehen. Er werde sie auch mit dem besten Kaffee bezahlen, den sie je gekostet hat.
Seit diesem Tage kommt sie jede Woche zum Kaffee. Und nach ein paar sonnigen Monaten schließlich, tut sie es ihrem Gartengerät gleich und bleibt.
Es ist Sonntag. Sie haben Blumen gekauft. Und nach dem Friedhof gibt es Kaffee.

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MÄRZ

Lifestyle

Irgendwie ist der März nur so an mir vorbeigerauscht. Wie Bäume am Rand einer viel zu schnell befahrenen Autobahn. Ich habe die Stirn an die Scheibe gepresst und so sind die Baumkronen zu einer einzigen grünen Schliere verzogen. Ich werde trotzdem versuchen, es ein bisschen auseinanderzuklamüsern. Frohes Lesen 🙂

Gesehen … Es war Humorzone in Dresden. Und im Rahmen dieser Tage habe ich endlich meine absolute Lieblings Comedy-Sendung einmal live miterlebt. Night Wash! Und ich habe Tränen gelacht! Was für ein wundervoller Abend! Und ganz viel schöne, moderne Kunst in Berlin:)

Ich halte die Bionade fest umklammert. Ich kann jetzt auf keinen Fall trinken, denke ich. Keine Chance. Er macht einen Witz und ich schau zu dir rüber. Wir blicken uns ganz kurz an und dann muss ich noch heftiger lachen, als das zuhause vor dem Fernseher der Fall ist. Weil ich das hier mit euch teilen kann. Weil unser Lachen sich potenziert, wenn wir zusammen sind. 

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Gedacht … Was will ich? Will ich das? Was willst du? Was denkst du? … und dann zum ersten Mal nicht mehr an dich. Endlich einmal nicht an dich. Sondern nur noch an mich. Und an heute, nicht an gestern.

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Außerdem gedacht … Du kennst mich doch gar nicht. Weißt nicht wer ich, wie ich bin. Also warum denkst du, es wäre ok meine Worte, meine Handlungen zu bewerten? Du hast keine Ahnung, wie es in mir aussieht! Was ich denke, was ich fühle. Ich zeig dir einen Bruchteil.

Ich bin kein Modemensch & keine Zuckerpuppe
Ich bin auch kein offenes Buch,
Eher ne Eisbergkuppe.
Du siehst mich nur ein Siebtel
Für den Rest musst du tiefer tauchen…

Gemacht … Bilder und Schnappschüsse mit ihrer manuellen alten Kamera. Mit schwarz-weißem Film und Batterien und ein bisschen verdientem Stolz. Und jeder Menge Spaß.

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Gefunden … Auf der Buchmesse in Leipzig habe ich eine wunderschöne Antiquariatsausgabe mit meinen liebsten Gedichten aus den fleurs du mal von Charles Baudelaire auf Französisch gefunden. 

Ein wunderschöner sonnengelber Einband. Winzig kleine Ornamente darauf. Das Buch ist dünn, aber meine Schlüssellieben finden sich dennoch darin. Es duftet alt. Nach tausend Geschichten, zerblätterten Seiten und nach weisen Ideen. Es hat jemand hineingeschrieben. Mit Bleistift hat jemand hineingeschrieben. Ideen, Übersetzungen, Anmerkungen. Streitgespräche mit dem Autor. Ich grinse. Und zücke meinen Bleistift. Schreibe Antworten auf die Fragen eines Unbekannten.

Gelesen … habe ich Leere Herzen von Juli Zeh. Wahnsinnig gut! Und ich würde niemals sagen, jemand muss etwas gelesen haben, aber das musst du gelesen haben

Deutschland in naher Zukunft. „Ist es moralisch vertretbar, wenn ich es kommerzialisiere?“
Grundeinkommen. Kaum noch
Terror. Putin und Trump beenden den Syrienkonflikt. Sicherheit. Aber auch :
Politikverdrossenheit. Gleichgültigkeit gegenüber dem, was in der Welt passiert. Mittelmaß als Religion. Randgruppenghettoisierung.
„Warum bist du glücklich“, frage ich sie. „Weil ich es genieße, dass mich so vieles in der Welt einfach einen Scheiß angeht.“
Mein Haus, mein Mann, mein Kind. Besorgte Bürger an der Macht. Selbstmord als letzter Ausweg aus dem tristen Alltagsgrau. Die Brücke schlägt Profit aus deinem Tod. Britta liebt Beton. Glatt, unpersönlich. Mittelmäßig. Mittelmäßigkeit ist gut. Mittelmäßigkeit macht glücklich. Oder?

Gehört … wie immer viel die Besten Freundinnen , den Podcast von Max und Jakob auf Spotify. Ich hör den Jungs einfach gern beim Quatschen zu. Ich würde auch öfters gern dazwischen grätschen und einfach laut durch die Leitung rufen: „NEIN! So was denken wir Frauen absolut nicht! So funktionieren wir nicht! Was für ein Schwachsinn!“ Aber wirklich erfrischend ehrlich und niedlich, wie die beiden über die Welt (und die Liebe) erzählen und wie sie sie wahrnehmen. Und alles von den Twenty One Pilots, das ich auf Spotify finden konnte. 

„Metaphorically I’m the man, but literally I don’t know that Dude.“ „I always said I want to die before I’m old. But since I know you I may think about it again.“

Gewünscht … das der Frühling endlich kommt!! Ich möchte einfach unbedingt die Winterjacke in den Schrank verbannen, Blusen und Chucks wieder rausholen und bei 15 Grad und Sonne spazieren gehen. Ich hab im März tatsächlich jedes Mal richtig schlechte Laune gekriegt, wenn ich früh aus dem Fenster geschaut habe und es hatte wieder geschneit… Frühling? Bitte? Aber jetzt wird es ja endlich 😉

Der Morgen ist grau und kalt. Schon wieder grau und kalt. Die Sonne lässt sich von Wolken zum Schutz vor den eisigen Temperaturen zudecken. Und ich könnte heulen. Schon wieder Schnee. Ich finde diese Winterlandschaft nicht mehr schön oder idyllisch. I don´t wanna built a snowman und ich will auch keinen Schneeball mehr an den Kopf kriegen.
Und dann geh ich spazieren. Am ersten sonnigen Samstagnachmittag. Sauge Vitamin D in meinen Körper wie ein ausgehungerter Vampir. Und entdecke ein paar Schneeglöckchen. ‚Vielleicht wird ja doch noch Frühling dieses Jahr‘, denke ich lächelnd.

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Gefreut … auf meinen kleinen aber feinen Osterurlaub. Ein paar Tage mit der besten Freundin ausspannen, Hauptstadt – und Ostseeluft schnuppern und Zeit zu zweit genießen. 

Der Schnee bedeckt Teile des Strandes. So viel davon gab es hier seit 50 Jahren nicht mehr, sagen sie. Ich ziehe Schal Nummer drei fester um den Hals und dann ganz kurz die Handschuhe aus, um ein Foto von dir, dem Meer, dem Strand und dem Schnee zu machen. Wir spazieren und reden, essen Pizza, gehen saunieren und irgendwie – zählt der Rest der Welt nicht mehr. Ist egal. Fort getragen von den Wolken, dem Wind und den wirbelnden Flocken um uns her.

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Gefühlt … Freude und Zweifel, Halsschmerzen und Kopfweh, Lachblasen und Rhytmusblut, Winterkälte und Regen im Herz. Verbunden- und Zerrissenheit. Selbstzweifel und Selbstzufriedenheit und viel zu viel Stress. Und zu wenig Sonnenstrahlen. Und Traurigkeit. 

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Gelernt … dass ich auf meinen Körper hören sollte. Und auf die kleinen Signale, die er mir gibt. Weil er, wenn ich keine Pause mache, die Reißleine für mich zieht. Und dass niemand auf jeder Hochzeit tanzen kann. Und dass wir alles schaffen können. Und dass mein Herz und mein Bauch die Richtung ganz gut kennen und es manchmal besser ist, den Kopf auszuschalten. 

In einem Wort … abgehakt.

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Dada

Lifestyle

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Ich bin ein großer Dadaismus-Fan. Weil man herrlich surreal Bilder, Erinnerungen und Assoziationen auf eine fast schon melodische Ebene heben kann und so der Leser ganz toll eigene Momentblitze einsetzen kann meiner Meinung nach. Eigentlich müsste ich euch den Text vorlesen, Dada-Texte werden durch Betonungen und Melodien fast schon musikalisch vorgetragen und kommen erst dann richtig rüber, wie ich finde. Dann müsst ihr es euch eben selber vorsingen 😉 . Vielleicht nicht jedermanns Sache der Dadaismus, aber ich hab den Blog ja um zu machen, was MIR Spaß macht und ich hatte Lust drauf 🙂 Keine Angst, Mittwoch kommt wieder was „Normaleres“. 

Alles Liebe,

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Danke

Lifestyle

Wir sagen viel zu selten „Danke!“

Für Kleinigkeiten fast nie. Danke, fürs Tür-aufhalten. Fürs Tischdecken. Für die Umarmung.

Danke. Danke, für gute Freunde und bessere Gespräche. Für lange Abende am Strand und fürs Ums-Lagerfeuer-tanzen. Danke, für großartige Chancen und für persönliche Weiterentwicklung.

Danke für neue Orte, fürs Reisen und fürs Heimkommen. Danke für neue Freunde und alte Bekanntschaften. Danke fürs Fernweh in mir.

Fürs Tanzen und Singen und fürs Lachen, bis wir Bauchschmerzen bekommen.

Danke, für dieses Gespräch im Auto neulich. Ich habe das gebraucht. Mit dir zu reden. Über all das. Über den ganzen Mist, der sich manchmal einfach ansammelt. Und über Kleinigkeiten. Und über Cellulite. Und ich hab das gebraucht. Mit dir über Liebesprobleme lachen zu können und über Freundschaft zu reden. Danke, dass du da bist!

Danke für den Kaffee, den du mir jeden morgen mitkochst.

Danke, dass du mir die Chance gibst, dich besser kennenzulernen. Du hast mir gezeigt, dass ich viel zu schnell urteile. Und das ein Mensch mehr ist, als seine Oberfläche vermuten lässt.

Danke für das Kuscheltier. Ich weiß, wie viel es euch bedeutet, dass ich es mitnehmen durfte. Und das ich euch hinterher von den Abenteuern erzähle, die wir erlebt haben.

Danke, dass ich dich habe! Du tust mir gut, machst mein Leben schöner, meine Welt bunter und mein Lachen lebendiger.

Danke!

Fürs Leben

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Liebe

Lifestyle

Wie es zu diesem Text kam … Die liebe Julia von https://postvonjulia.de/ hat mich gebeten, ihr meine Gedanken zur Liebe mitzuteilen. Also, liebe Julia, für dich (und für dich, der du das hier liest) : Ein Text über die Liebe. Es ist ja schließlich Frühling 🙂 

Wenn ich an die Liebe denke, dann denke ich an Bauchkribbeln. Ich denke an Lächeln bis zu den Ohrenspitzen, wenn ich an diese eine besondere Person denke und ich denke an Schwerelosigkeit. Ich glaube ganz fest, dass es da draußen für jeden Menschen Liebe gibt und auch, dass sie auf dieser Welt so ungerecht verteilt ist wie der Regen. Die einen haben zu viel davon, die anderen viel zu wenig. Manche haben Glück und andere fallen immer und immer wieder auf die Nase. Die Liebe ist das letzte große Mysterium. Weil wir sie nicht rational erklären können. Ich mein: Versuch das mal!

Wenn der richtige Mensch um die Ecke kommt, dann denkst du nicht mehr an Beuteschemen, oder an größer, kleiner, jünger oder älter. An Muskeln oder Wohlfühlbäuchlein, sondern nur noch an Humor und Empathie, an ganz besondere Situationen und an Gespräche, die du nur mit dieser Person führst. An Vertrauen. Und an Zuhause. Weil das der erste Ort ist, an dem wir Liebe finden. Damit überschüttet werden, wenn wir Glück haben. Viele Menschen finden Liebe in Freundschaft. Oder lieben ihre Freunde.

Vielleicht denkt man manchmal: Was findet er nur an ihr? Oder umgedreht. Aber hey ist doch egal. Wenn es für beide funktioniert und sie dieses Funkeln in den Augen hat, wenn sie seinen Namen sagt. 

Liebe auf den ersten Blick? Vielleicht. Sag niemals nie, nur weil du etwas noch nicht erlebt/ probiert oder gesehen hast. Vielleicht ist das einfach super selten. Aber vielleicht stoße ich auch morgen wie im Film mit jemandem zusammen, lasse meine Tasche fallen und er hilft mir, alles wieder aufzusammeln und dann schauen wir uns tief in die Augen und … Ok, das war jetzt ziemlich ironisch, aber mal im Ernst: Wer weiß, vielleicht ist das ja auch außerhalb eines mittelguten Hollywood-Highschoolfilms schon mal irgendwem passiert und ich weiß es nur nicht?! 

Nur einen Menschen lieben? Ich glaube, man kann mehrere Menschen gleichzeitig lieben. Bestimmt ist das nicht die Regel und garantiert ist es für den Liebenden eine riesengroße Sch***, aber ich denke schon, dass das möglich ist. Jeder Mensch ist unterschiedlich und jeder Mensch ist liebenswert. Und zwei Menschen, die romantische Gefühle füreinander entwickeln, haben eben eine besondere Verbindung. Als ob man mit jedem Menschen, mit dem man in Beziehung tritt, durch unsichtbare Bänder aneinander geknüpft wäre und wenn du für jemanden romantische Gefühle entwickeln kannst, dann fangen die Bänder an zu leuchten. Es kann nicht nur die eine große Liebe geben. Das wäre nicht fair. Bei knapp acht Milliarden Menschen auf der Welt wäre die Wahrscheinlichkeit, DEN oder DIE EINE/N zu finden sonst einfach viel zu gering. Aber ganz sicher gibt es einige wenige besonders besondere Menschen, die uns auf dieser besonderen, unerklärlichen Ebene so wichtig werden können, wie sonst kaum jemand (Wie oft kann man das Wort besonders in einem einzigen Satz unterbringen? 🙂 ). Und wenn man zwei dieser Menschen zur selben Zeit trifft, warum sollte die Verbindung sich dann nicht trotzdem zu beiden auch entwickeln können? Verstehst du, was ich meine? Ich liebe vielleicht eine Person, die mit den leuchtenden Bändern zwischen uns. Aber dann treffe ich eine andere Person, und auch hier leuchten die Bänder. Dann hören sie damit ja nicht einfach auf, nur weil ich versuche, ihnen rational zu erklären, dass da aber schon ein anderer Leuchtpunkt ist. Wieder: Das ist bestimmt nicht die Regel. Aber ich würde mir sehr altklug und voreilig vorkommen, etwas kategorisch auszuschließen, wenn es die Liebe betrifft. 

Weil wir nunmal alle lieben. Und keiner es erklären kann. Wir lieben Unsympathen und Chaoten (und Chaotinnen natürlich, nicht ausgeschlossen fühlen 😉 ). Wir lieben Dicke und Dünne und Faule und Fleißige, Alte und Junge, manche lieben Männer und manche lieben Frauen. Wir verlieben uns in das Leben, in die Liebe und in Menschen, von denen wir das nie gedacht hätten. Wir verlieben uns einmal, zweimal oder dreißig Mal im Leben, aber egal wen, oder wo oder wie du liebst: Wenn es für dich funktioniert, dann hey, ich freu mich für dich!

Also geht raus in den Frühling und sammelt ein paar Schmetterlinge ein. 

Und danke Julia, für deine Frage, ohne dich hätte es diesen Post heute vermutlich nicht gegeben. 

PS: Ich habe den ganzen Schmerz, die Trauer und den Kummer, den uns die Liebe so zufügen kann wie nichts Anderes auf der Welt hier bewusst rausgelassen. Das sollte ein positiver, fröhlicher Text werden. Und außerdem schreibe ich über die Schattenseiten der Liebe ja sowieso viel zu viel 😉

Wenn du dazu trotzdem Ideen, Textwünsche oder auch einfach nur so was zu sagen hast, ab in die Kommentare damit, ich freue mich über jede Anregung, jeden Kommentar und jede (entsprechend formulierte) Kritik. Danke fürs Lesen!

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„Je m´aime.“ Ich liebe mich selbst.

Lifestyle

Es gibt da diesen Ort. Tief verborgen in mir drin. Und an diesem Ort da weiß ich, dass ich gut genug für mich bin.

Ich beneide sie. Ich kenne sie nicht, hab sie nie getroffen, aber ich beneide sie. Um diese Beine, die reine Haut, das Werbestrahlen weißer, perfekt gerade Zähne. 

Ich beneide sie. Und vergleiche mich. Und muss fast weinen.

Doch es gibt da diesen Ort. Tief verborgen in mir drin. Und an diesem Ort da weiß ich, dass ich gut genug für mich bin.

„Du hast ein wunderschönes Lächeln.“ „Sie kleidet sich immer so hübsch.“ „So ein offener, strahlender Mensch.“ – ich höre es kaum. Ich kann mit Komplimenten nicht umgehen, … – weil ich sie nicht glaube.  Lächeln kann doch jeder, denke ich. Und nicht wenige schöner als ich.

Es  gibt da diesen Ort. Tief verborgen in mir drin. Und an diesem Ort da weiß ich, dass ich gut genug für mich bin.

Ich lese einen Bericht. Und er erzählt mir von Selbstzweifeln. Hält mir den Spiegel vor. Und eine kleine Stimme flüstert in mein Ohr: Du bist gut genug.

Ich bekomme deinen Brief. Und du schreibst all diese schönen Dinge. Über mich. Und ich hätte nie damit gerechnet. Dass es dir genau so geht. Dass du mir alles sagen kannst. Weil ich ein Stück zuhause bin.

Es  gibt da diesen Ort. Tief verborgen in mir drin. Und an diesem Ort da weiß ich, dass ich gut genug für mich bin. Und dass das alles ist, was zählt.

Du sagst mir, dass ich schön bin. Und du zeigst mir, dass das stimmt. Und du flüsterst mir ins Ohr, dass ich gut bin, wie ich bin. Du hälst mich fest im Arm. Und du sagst mir, was du denkst. Und dass du weißt, was ich grad denk, und meine Selbstzweifel gut kennst.

Deine Stimme öffnet Türen. Tief verborgen in mir drin. Und ich weiß, ich bin mein zuhause, und dass ich gut genug  bin. 

Und ich richte mich ein. Und ich baue mein Haus. Und ich streiche die Wände in knallbunten Farben. Ich bin mein eigenes Zuhause und ich fühl mich pudelwohl. 

Und es gibt da diesen Ort. Am Klingelschild steht Neubeginn“. Denn ich weiß jetzt, das es stimmt : Ich bin gut so, wie ich bin. 

 

Ich bin nicht immer fröhlich. Nicht immer zufrieden mit mir selbst. Klar, im Großen und Ganzen schon. Ich kann mich ganz gut leiden. Aber es gibt Tage, da vergisst man das. Es gibt Momente, die uns glauben machen, wir wären nicht gut genug, wir würden nicht reinpassen, oder wir könnten etwas nicht. Aber vielleicht gibt es einfach Dinge, Situationen, Menschen, Erfahrungen, die nicht zu uns passen, die nicht richtig für uns sind. Ich glaube ganz fest, dass alles, was im Leben passiert einen Sinn hat. Und das jeder Tag eine neue Chance, jede Begegnung ein neues Geschenk und jede Freundschaft ein Zuhause ist. 

Ich habe diesen Text schon vor ca. vier Wochen geschrieben. Aber ich habe mir selbst noch nicht ganz geglaubt. Bis jetzt, und deshalb kommt er auch heute erst online.

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Lemon Drizzle Cake : Rezept

Food

Ich habe einen neuen Lieblingskuchen 🙂 Vom Lemon Drizzle Cake habe ich zum ersten Mal bei The Anna Edit gelesen. Ich habe das Rezept für mich abgewandelt. So nehme ich zum Beispiel die doppelte Menge Zitronen und deutlich weniger Zucker. Und ich habe einen kleinen Serviertipp, durch den mir der Kuchen gleich nochmal so gut schmeckt, den bekommt ihr am Ende. Viel Spaß mit dem Rezept!

Lemon Drizzle Cake

Ihr braucht für ein Blech: 

225g gesalzene Butter

350g Zucker (ich nehme ganz normalen Rohrzucker, das funktioniert sehr gut)

4 Eier

4 EL Milch (ich nehme Soja – oder Hafermilch, ganz „normale“ funktioniert aber natürlich auch)

275g Mehl (bei mir Dinkelmehl)

1 TL Backpulver

4 große (!) Biozitronen

 

  1. Die gesalzene Butter lässt du in einem Topf schmelzen und dann abkühlen. Dann mischst du 200g Zucker, die Eier, die Milch und die abgekühlte Butter. 
  2. Die Zitronen werden so heiß wie möglich abgewaschen.
  3. Anschließend hebst du das Mehl, das Backpulver und die abgeriebene Schale der Zitronen unter. Achte beim Abrieb darauf, dass du nicht das Weiße der Zitrone erwischst, das schmeckt bitter. 
  4. Jetzt legst du ein Backblech mit Backpapier aus und verteilst den Teig gleichmäßig darauf. Der Kuchen kommt jetzt für 35 Minuten bei 160°C Umluft oder 180°C Ober-Unter Hitze auf mittlerer Schiene in den Ofen. 
  5. In der Zwischenzeit presst du den Saft aus den vier abgeriebenen Zitronen und vermischt ihn mit den restlichen 150g Zucker.
  6. Wenn der Kuchen gut ist, stichst du ihn überall mit einem Schaschlikspieß oder einer Gabel ein. So kann der Guss besser in den Kuchen dringen. Den (also das Zitronensaft – Zucker – Gemisch) verteilst du jetzt gleichmäßig über dem gesamten Kuchen. 

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Eigentlich ist der Kuchen jetzt fertig. Meiner Erfahrung nach schmeckt er aber am Besten, wenn ihr ihn, sobald das Blech nicht mehr zu heiß ist, mit Frischhaltefolie einpackt und bis zum Folgetag stehen lasst. Dann kann der Zitronensaft gut in den Kuchen einsickern und der Lemon Drizzle Cake wird schön saftig und schmeckt meiner Meinung nach um Welten besser, als direkt nach dem Backen. 

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Streit

Lifestyle

Ich will das jetzt nicht hören. Deine Enttäuschung. Deine Wut. „Ich kann das jetzt nicht! Will es nicht!“, möchte ich schrein. Hinter meinen Augen sammeln sich heiße Tränen, weil ich dir gerade nicht zuhören kann. Am liebsten würde ich dich einmal schütteln. „Ich hab dich doch lieb! Verstehst du das nicht? Warum machen wir das hier gerade?“ Aber das gehört dazu. Zum Licht kommt immer Schatten und wir beide sind heute abgebogen, in eine enge, dunkle Gasse. Weit weg von unserem Highway to heaven, voll Geigen und Lachen. Ich will dir doch nicht wehtun. Das wollte ich nie. Ich hör was du sagst, ich versteh dich nur nicht. Und ich weiß, was du willst, aber heute bin ich nicht bereit, es dir zu geben. Ich hab dich lieb, ich hab dich lieb, ich hab dich lieb. Das ist das Mantra unsres Streits. Meine Fingerkuppen trommeln es auf die kalte Tischplatte, meine Lippen stoßen es mit der Luft aus, die den heißen Tee pustet. Und ich kann es dir trotzdem nicht sagen. Ich dachte, wir wären da raus. Aus diesem immer gleichen Kreis. Aus diesem sich-umeinander-drehen. Offen wollten wir sein. Und ehrlich. Und eigentlich sind wir da Meister drin. Du kennst mich besser als jeder andere Mensch und ich kann doch sonst deine Gedanken immer lesen. Was geht vor in deinem Kopf? Was sagst du mir nicht? Warum reden wir so sehr aneinander vorbei? 
Streits sind hässlich und es frisst mich innerlich auf, dieser Berg aus Leere. „In mir hat sich alles zusammengezogen, aber das konnte ich dir nicht sagen.“ Ich seh in deinen Augen, dass es dir genauso geht wie mir. Am liebsten möchte ich deine Hände ganz fest in meine nehmen und sie gar nicht mehr loslassen. Ein bisschen stumm mit dir weinen. Über unsere Sturheit. Unseren Kummer. Meine Ängste und Sorgen. Stattdessen trommeln meine Fingerkuppen weiter. Ich hab dich lieb, ich hab dich lieb, ich hab dich lieb. Wir reden. Endlich reden wir. Und ich erzähl dir, was mich beschäftigt. Und jedes deiner Worte wirft einen kleinen Stein an die Glaswand, die uns trennt. Ich kann dich besser hören. Ein bisschen sogar verstehen. Und endlich kann ich dir sagen: Ich hab dich lieb. Es gehört dazu. Sich hilflos zu fühlen. Manchmal passiert das wohl. Ich hasse es. Der Kreis, in dem wir uns drehen wird ein bisschen kleiner. Ein bisschen weniger schlimm. Eine Träne rollt mir die Wange runter. Ich vermiss dich. Ich vermiss dich so. Oxymerone sind nur wie vertauschte Magnete. Jemand hat sie umgedreht. Aber sie sind noch immer die gleichen. Ich hab dich lieb, ich hab dich lieb, ich hab dich lieb.

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